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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 333041 mal)

Noergelgnom

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2760 am: 01.März 2025, 10:43:57 »



Eins vorweg:
Ich finde, Antisemitismus darf in einer freien Gesellschaft keine Akzeptanz finden. Punkt.

Gerade die Aussagen im letzten Link sind aber teilweise halt auch echt problematisch bzw derart konstruiert, dass es mich wundert, wieso Du die unkommentiert als Belege für Antisemitismus übernimmst und hier reinstellst.

Prägnantestes Beispiel:

Zitat
Mit Palästina-Flaggen und Kuffiyeh skandierten die Teilnehmer antisemitische Parolen wie »Muslimisch, jüdisch oder christlich - wir sind antizionistisch« oder »Ärzte werden massakriert, warum wird das akzeptiert?«.

Bitte zeige mir bei den beiden Zitaten auf, wo sie antisemitisch sind.

Antizionismus im Wortsinne (also "gegen den inzwischen in der Forschung allgemein als Sonderform des Nationalismus verstandenen Zionismus") kann ich nämlich unterstützen, Antisemitismus dagegen nicht.

Das ist wieder die gleiche Masche, mit der Netanjahu jede Kritik an seiner Politik als antisemitisch abbügelt (und damit vergleichbar dem Totschlagargument "das ist rechts!" in Debatten hierzulande.)

Zitat
Dabei musste man gar nicht bis zum Reichstag laufen, um live und in Farbe vorgeführt zu bekommen, wie sogar ein »3 vor Pogromnacht« aussehen kann. Denn schon am Vortag zog unter dem Motto »Hands off Westbank« eine Demonstration mit etwa 280 Teilnehmern in Richtung Potsdamer Platz. Laut Informationen der Tageszeitung »Bild« sollen dabei Parolen wie: »Wer eine Waffe hat, soll damit Juden erschießen oder sie der Hamas übergeben!« gebrüllt worden sein.
Sowas in der Art sieht man wirklich viel auf solchen Demos, eine Distanzierung von der Hamas und dem 7.10 aber sehr selten.In der Szene gibt es recht viel "dogwhistling" z.B der Slogan Free Palestine hat da je nach Auslegung unterschiedliche Bedeutungen und ist ggf schon antisemitisch.

Zum Zitat, da geht es um israelbezogenen Antisemitismus, Zionist steht da in der Bedeutung für einen Staat Israel zu sein und Antizionismus eben für das Gegenteil also Ablehnung bis zu pro Vernichtung Israels. Da geht es direkt gegen den Staat und seine Bewohner in den Grenzen in denen er heute existiert.
Bei"Ärzte werden Massakriert" steht ja der Vorwurf das Israel Menschen,dazu noch Ärzte Massakrieren würde,klassische Täter-Opfer umkehr, muss nicht antisemitisch sein aber da wird wohl Israel gemeint sein.

Wenn die "eindeutigen" Slogans/Plakate so stark in der Überzahl sind, find ich es dann allerdings seltsam, warum die nicht erwähnt werden in dem verlinkten Artikel - und stattdessen welche, bei denen sich der Durchschnittsbürger (also nicht der geifernde Antisemit, sondern zB einfach jemand, der sich mit der Materie zuwenig beschäftigt, um "free Palestine" als antisemitisch zu erkennen) fragt, wo hier der Antisemitismus ist?
Ein solches Vorgehen läuft doch dem eigenen Interesse - den Antisemitismus deutlich zu machen - eher zuwider?

Ich geb Dir nebenbei gesagt recht, dass die Friedensdemos (die ich in ihrem Grundgedanken nicht per se für antisemitisch halte) instrumentalisiert wurden und werden - ähnlich wie mit den Friedensdemos zu Beginn des russischen Überfalls.
Und ja, ich würde mir ebenfalls wünschen, dass man sich da eindeutig von der Hamas und ähnlichen Terrorgruppen abgrenzt. *

Zitat von: Viking
Wieso man keine humanitären Hilfen für den inzwischen weitgehend zerbombten Gazastreifen unterstützen darf, ohne sich des Antisemitismus-Vorwurfs ausgesetzt zu sehen, verstehe ich übrigens auch nicht.
Und wieso von jedem Menschen, der israelische Politik kritisiert, sofort immer gleich angenommen wird, dass er im gleichen Atemzug selbstverständlich pro-Hamas ist, werde ich sowieso nie verstehen.
Meine Meinung zu Hilfsliefrungen ist das Deutschland an der Seite Israels stehen sollte, die Mehrzahl der Bevölkerung scheint der Hamas gegenüber freundlich eingestellt zu sein, ein Teil der Geiseln wurde ja auch von Zivilisten entführt und gefangen gehalten. Das UNRWA hat anscheinend nach dem Abzug Israels 2006 zugelassen,dass sich der Gazastreifen in ein Trainingscamp für eine Terrororganisation verwandelt hat zusätzlich zu einem Abfluß an Hilfsgeldern in die Richtung,gerade auch mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht unterstützen. Ich würde eher sehen das sich die Bundeswehr und das KSK da engagiert und bei der Rettung der Geiseln hilft. Wenn man doch Hilfsgelder bewiligt sollte das an Klare Bedingungen geknüpft sein.

Bin ich zum großen Teil bei Dir, gerade die Rolle der UNRWA muß inzwischen wirklich kritisch gesehen werden. Das Versagen hat schon echt groteske Züge teilweise.
Wo ich Dir allerdings wiederspreche: wenn ein Teil der Zivilbevölkerung (entweder freiwillig oder gezwungen - denn wie gesagt: von denen kann keiner raus, die Palästinenser sitzen im Gazastreifen in einem großen Reservat und kennen das Recht auf Freizügigkeit höchstens theoretisch)  an Verbrechen gegen die israelische Zivilbevölkerung beteiligt ist, kann die Lösung dafür nicht sein, dass wir im Gegenzug halt die gesamte Bevölkerung umbringen (indem wir Lebensmittel und Medikamente einfach nicht mehr liefern).

Und das Argument "mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht zulassen" find ich ganz ohne Ironie super, bin ich zu 100% Deiner Meinung.
Wäre allerdings schön, wenn uns unsere historische Verantwortung nicht immer nur dann einfallen würde, wenn es nicht um die Profite unserer Rüstungsindustrie geht.
Aber das ist dann gleich das nächste Riesenthema, das möchte ich jetzt eigentlich gar nicht aufmachen.

Zitat von: Viking
Provokante Frage:
ist die Haaretz für Dich eigentlich auch antisemitisch bzw verzerrt sie die Berichterstattung mehr, genauso oder weniger als die westlichen Medien wie Tagesschau?
Und wieso ist es für die Berichterstattung wichtig, ob Opfer eines Terrorangriffes einen deutschen Pass haben oder nicht?
Macht die "falsche"/"richtige" Nationalität ein Verbrechen etwa schlimmer/weniger schlimm?
(Oder versteh ich den Halbsatz einfach nur grad falsch?)
Ich finde es schon in Ordnung kritisch zu berichten, Netanjahu ist ja in Israel selbst auch nicht unumstritten, seinen Umbau des Justizsystems würde ich auch kritisch sehen und mit jemandem wie Ben Gvir muss man auch nicht immer einer Meinung sein.

Da geht es um Feinheiten im Vergleich zu der Berichterstattung in anderen Fällen, wenn hier jemand ein Verbrechen begeht und eine doppelte Staatsangehörigkeit hat wird der in den Statistiken als Deutscher geführt und auch erstmal so berichtet, sonst wird auch immer die Deutsche Staatsbürgerschaft betont, würde man hier die deutsche Staatsbürgerschaft anführen müsste sich das Auswärtige Amt eher Fragen gefallen lassen warum nicht stärker geholfen wird und das öffentliche Bild das man anscheinend versucht zu halten würde anfangen zu wackeln. Ähnlich mit der Party die die Hamas veranstaltet hat, warum wird da nicht gezeigt was los war? Terrororganisation veranstaltet große Feier und verhöhnt Opfer klingt schon anders als Hamas übergibt Leichen an Israel. Ähnlich auch die Berichterstattung über die Palästinensischen Gefangenen ,würde man sich nur aus der Tagesschau informieren hätte man den Eindruck,dass Israel lauter Unschuldige einsperrt, dabei ist auch ein ziemlicher Teil Terroristen und Mörder.

Ich hab Dich bei der Aussage zur Staatsbürgerschaft offensichtlich wirklich mißverstanden.
Nach der Erklärung kann ich Dir wiederum zustimmen.
Was ich mich allerdings in dem Zusammenhang frage - kriege ich durch meine Medien-/Quellenauswahl wirklich ein so stark ausgewogeneres Bild als Leute, die sich nur auf die Tagesschau verlassen?
(click to show/hide)

Die Hamas-Feier war mir zB bekannt.
Auch Netanjahus Behauptung, lediglich Kriminelle einzusperren, ist mir nicht neu.
Die (auch in Israel!) an dieser Behauptung lautgewordene Kritik allerdings ebenso.

Ich denke aber, wir sind uns einig, dass eine ausführlichere und neutralere Berichterstattung ganz grundsätzlich sehr wünschenswert ist.
(Immer schwieriger zu managen, weil die Menge an Medien/Informationen/Sinnesreizen mit jedem Jahr exponentiell zunimmt.)

Zitat von: Viking
Ich für mein Teil kann nur sagen, dass mir die gesamte furchtbare Situation im Nahen Osten drei Dinge überdeutlich zeigt:

1. Religion (egal, welche!) ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und sie hat mit einer modernen, auf ein friedliches Miteinander ausgerichteten Ethik wenn überhaupt dann höchstens zufällig mal etwas zu tun.
Da würde ich zustimmen, wobei man als Kritiker des Christentums wahrscheinlich größere Chancen hat alt zu werden als wenn man Strömungen des Islam kritisiert.

Absolut korrekt.
Der "Mainstream"-Islam heute zeigt aus meiner Sicht deutliche Parallelen zum Christentum vor 500 Jahren (hab ich ja schonmal erwähnt) - man KÖNNTE also sagen:
"Der Islam heute ist die direkte Folge von 500 Jahren Kolonialismus und Imperialismus der europäischen Staaten seit dem Ede der Reconquista. Wir haben den Muslimen 500 Jahre Entwicklung 'gestohlen' und beschweren uns jetzt, dass ihnen diese 500 Jahre auch auf religiösem Gebiet fehlen."

Das wäre natürlich eine reichlich zynische Entschuldigung für die Verbrechen, die im Namen dieser Rreligion verübt wurden, aber es ist dennoch nicht von der Hand zu weisen, dass  es - um mal beim Beispiel der jüdischen Minderheit zu bleiben - im arabisch kontrollierten Teil des mittelalterlichen Spaniens für einen Juden deutlich angenehmer war als in christlichen Ländern. Die Religionsfreieheit und generelle Toleranz war sprichwörtlich.
Das hat sich nach 1492 - aus meiner Sicht auch als Folge der politischen Entwicklungen - leider stark geändert und heute ist der Islam in einer Situation, in der die notwendige Aufklärung/Säkularisierung überfällig, aber noch nicht geschehen ist.

(Im Iran und auch anderswo kann man die allerersten Anzeichen dafür erkennen, dass die Bevölkerung zumindest fühlt, dass sich da etwas ändern muß - und in der Reaktion der herrschenden theokratischen Elite kann man die vollständige Unwilligkeit zu Veränderung erkennen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir schon in 10 Jahren in der Vergangenheitsform vom "Mullahregime" sprechen, weil die Bevölkerung inzwischen echt die Faxen dicke hat, sich im Namen einer bronzezeitlich-patriarchischen Religion so komplett kleinhalten zu lassen.)

Und genau deswegen, weil wir diesen von etlichen SEHR gewalttätigen Auseinandersetzungen begleiteten Reformationsprozess bereits hinter uns haben (der in einem deutlich zurückgegangenen Einfluß der (christlichen) Religion auf das Alltagsleben resultierte) ... nur deshalb wird man als Atheist oder Religionskritiker im Zweifelsfalle nicht mehr gelyncht.


Zitat von: Viking
Zum Rest und auch der historischen Einordnung, ich habe mich nach dem 7.10 wirklich viel damit beschäftigt und es ist da einfach ein zu komplexes Thema um das im Detail zu klären und auf einen Nenner zu kommen,man könnte da teilweise über jedes Ereignis und über jeden Friedensprozess debattieren wer jetzt an was Schuld hat und wäre am Ende trotzdem nicht schlauer.
Die Anstalt hat da mal einen passenden Beitrag gebracht. https://www.youtube.com/watch?v=KlDUz6KTA4g

Bin ich auch wieder bei Dir - sowohl bei der Einschätzung, dass es ein Thema ist, das jeden Forenrahmen sprengt als auch bei der Empfehlung dieses Videos.
Ich kann die Anzahl an Sendungen dieses Satire-(!)-Formats gar nicht mehr zählen, die man problemlos als Lehr-und-Lern-Videos in Schulen einsetzen könnte und sollte.

Zitat von: Viking
Meine Meinung ist das Israel, unabhängig davon wie es entstanden ist, dass Recht hat zu existieren und die Nachbarn anfangen müssen das anzuerkennen. Man müsste sich im Vergleich mal überlegen wenn wir nach dem verlorenen 2.Weltkrieg immernoch darüber reden würden das wir gerne "unsere" verlorenen Gebiete wieder zurückbekommen wollen, zwischen damals und heute liegen Generationen. Für Deutschland in Bezug auf Israel würde ich mir mir wünschen das sich Israelis und Juden hier genauso sicher fühlen und frei bewegen können wie in Israel selbst ,dass es gerade hier nicht und auch sonst nirgends möglich ist gibt vielleicht einen Denkanstoß warum Israel und die Leute da so handeln und wie sie denken, meiner Meinung nach ist das was Israel macht ein gelebtes "nie wieder".

Ich wiederhole mich: das Existenzrecht Isreals ist nicht infragezustellen. Ende der Diskussion.
Und zwar unabhängig von irgendwelchen moralischen oder rechtlichen Erwägungen schon ganz pragmatisch aus dem einfachen Grund, dass das kein problem lösen und nur unzählige neue schaffen würde.

Dass wir einer Vertreibung eines Volkes grundsätzlich niemals zustimmen dürfen, ist dann die ethische Grundsatzeinstellung, die ich anfügen möchte. Wie das Volk heißt, ist mir dabei völlig egal.

Über das "gelebte 'nie wieder' " kann man geteilter Meinung sein.
Ich bin der Meinung, dass es Israel trotz allem nicht zusteht, Millionen Palästinener als Reaktion auf 1500 (?) tote Israelis in den Tod zu schicken und das als "angemessen" zu verkaufen, aber ich lebe nicht dort.
Und ich lebe schon gar nicht seit Jahrzehnten mit der täglichen Sorge, wo wohl die nächste Rakete einschlägt.  :-\


~~~~~~~~~~


* An der Stelle bin ich dann übrigens auch dafür, Abschiebungen deutlich zu vereinfachen. Wer unsere Gastfreundschaft im Rahmen des Asylrecht dazu nutzt, um gegen andere Menschen zu hetzen und deren Tod zu fordern, darf gern wieder zurück in die gewalttätigen Situationen, vor denen er angeblich geflohen ist, denn er scheint Gewalt ja gut zu finden. Gleiches gilt für die Typen, die die Errichtung eines Kalifats fordern. Ist für mich im Gefahrenpotential für unsere Demokratie gleichzusetzen mit den "Eliten" der Reichsbürgerbewegung.
Aber Abschiebungen sind das nächste Riesenthema, wo eine klare, sinnvolle und ethisch vertretbare Regelung kaum möglich scheint.
« Letzte Änderung: 01.März 2025, 10:54:52 von Noergelgnom »
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Herr_Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2761 am: 01.März 2025, 10:51:22 »

@Signor Rossi:


Du meinst die Union, bzw. deren Kanzlerkandidaten, der im November noch im Bundestag gesagt hat dass man nur noch Anträge zur Abstimmung bringen sollte die eine Mehrheit ohne die AfD zu Stande kommen?

Zu den NGOs: Das könnte man auch als Einschüchterungsversuch werten. Ich verstehe, dass man alles überprüfen darf und möchte. Aber der Zeitpunkt und die Umstände sind - gelinde gesagt - unglücklich.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2762 am: 01.März 2025, 12:45:45 »

Man könnte sich auch mal selbstkritisch mit der Frage auseinandersetzen, ob ein klarer Wortbruch, der binnen Tagen Hunderttausende auf die Straße treibt, so eine brillante Idee war. Tut man aber nicht, denn Selbstkritik ist Friedrich Merz und der Union fremd. Stattdessen beschimpft er friedliche Demonstranten als Spinner und vergiftet das politische Klima aus persönlichem und parteipolitischem Kalkül weiter.

Mal sehen, wie das ausgeht. Es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn diese Koalition am Ende am Veto der SPD-Mitglieder scheitert...
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2763 am: 01.März 2025, 15:55:02 »

Zu den NGOs: Das könnte man auch als Einschüchterungsversuch werten. Ich verstehe, dass man alles überprüfen darf und möchte. Aber der Zeitpunkt und die Umstände sind - gelinde gesagt - unglücklich.

Zumal er einseitig ist. Was ist den mit all den wirtschaftsnahen Lobbyverbänden? Oder einfach mal auch zum Bauenverband anfragen. Der wird auch vom Staat gefördert. Bauerverbandsvorstand in Bayern steht auf der CSU Liste und soll neuer Landwirtschaftsminister werden. Da ist ja mal gar keine Parteinähe zu vermuten.  ::)

Zumal die Frage, inwiefern so Verbände politisch sein dürfen gar nicht eindeutig geklärt ist. Was bringt die Prüfung, wenn man danach keinen Konsens hat, was man mit dem Ergebnis anfängt? Klar ist, dass der Staat und seine Organe zur Neutralität verpflichtet sind. Ein bekannter Fall, der das belegt war Merkel, die bei einem Auftritt in ihrer Funktion als Bundeskanzlerin ein Kommentar zur Wahl von Kämmerich abgab und sich dabei in diesem Moment nicht genug von ihrer Rolle als Kanzlerin distanzieren konnte. Das wurde von einem Gericht bestätigt, dass sie das nicht hätte tun dürfen. Aber inwiefern diese Neutralitätspflicht durch die Finanzierung einer zivielen Organisation auf die Organisation übergeht ist nicht geklärt. Hier gibt es ein Spannungsverhältniss zwischen Neutralität und den Grundrechten auf freie Meinungsäußer und Co, die für die Zivilgesellschaften gelten müssen. Gemeinnützigkeit verpflichtet etwas mehr und der Spielraum ist enger. Hier gibt es das Urteil zu Attac von 2019. Wie eng dieser Spielrraum allerding ist, ist nicht geklärt. Das wollte die Ampel festlegen, ist aber nicht zustande gekommen.
Vielleicht hat das die CDU auch vor. Aber dann hätten sie es der SPD ja mal stecken können. Sind ja gerade eh in Koalitionsverhandlungen...

Wenn man einfach nur prüfen will, ob es ein Problem mit Verbänden und NGOs gibt die parteinah sind (und zwar in allen politischen Spektren), hätte man das allgemein fragen können und nicht eindeutig politisch geprägt und nur in eine Richtung zeigend. Das ist aktuell einfach nur Gift für eine Regierung in der aktuellen Situation von einer Union, die in erster Linie mit der SPD zusammen arbeiten muss, aber auch für größere Lösungen die Grünen und Linken braucht.


Das in der Anfrange dann auch noch die Wortwahl nach Begriffe aus der Verschwörungstheorie rangezogen werden, die man eher aus dem Mund der AFD oder Trump erwarten würde, macht das Ganze auch nicht besser.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2764 am: 01.März 2025, 16:07:17 »

Du meinst...
... das hier:

Wer die illegale Migration bekämpft, entzieht auch Populisten ihre politische Arbeits-
grundlage. Die AfD nutzt Probleme, Sorgen und Ängste, die durch die massenhafte
illegale Migration entstanden sind, um Fremdenfeindlichkeit zu schüren und Ver-
schwörungstheorien in Umlauf zu bringen. Sie will, dass Deutschland aus EU und
Euro austritt und sich stattdessen Putins Eurasischer Wirtschaftsunion zuwendet. All
das gefährdet Deutschlands Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Deshalb ist diese
Partei kein Partner, sondern unser politischer Gegner.
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Herr_Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2765 am: 01.März 2025, 16:49:17 »

Du meinst...
... das hier:

Wer die illegale Migration bekämpft, entzieht auch Populisten ihre politische Arbeits-
grundlage. Die AfD nutzt Probleme, Sorgen und Ängste, die durch die massenhafte
illegale Migration entstanden sind, um Fremdenfeindlichkeit zu schüren und Ver-
schwörungstheorien in Umlauf zu bringen. Sie will, dass Deutschland aus EU und
Euro austritt und sich stattdessen Putins Eurasischer Wirtschaftsunion zuwendet. All
das gefährdet Deutschlands Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Deshalb ist diese
Partei kein Partner, sondern unser politischer Gegner.

Man hat aber den Gegner genau dazu "eingeladen", was man kurz davor absolut verneint hat. Es geht auch um das Wie, nicht nur das Was.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2766 am: 01.März 2025, 18:01:04 »

Meinst du Merz Rede vom 13.11.?
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2767 am: 01.März 2025, 19:04:03 »

Ich glaube nicht, dass da der Graben gezogen wird. Zumindest nicht flächendeckend.

Aber diese Abstimmung mit der AFD kurz vor der Wahl war eben provokativ. Wozu war die da? Um den Wählern, die zwischen AFD und CDU hängen zu zeigen, dass die CDU es durchaus ernst meint. Genau so wie es diesen Effekt rechts hatte, hat es aber auch einen Effekt in die andere Richtung. Letztendlich wird ja auch innerhalb diskutiert, ob man es mit der AFD nicht doch probieren sollte (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/brandmauer-afd-cdu-zusammenarbeit-100.html). Auch wenn ich glaube, dass das unter Merz im Bundestag nichts wird. Aber wie schnell es kippen kann, hat man ja nunmal bei dieser Abstimmung gesehen. Denn genau so wie die Abstimmung wohl auf die Unionen einen Effekt hatte und auf der linken Seite einen Gegeneffekt zeigte hat natürlich auch die AFD dadurch etwas im Wahlkampf gewonnen: Legitimation.

Zu dem Gschmäckle: Wäre für mich noch ein Unterschied, ob die Organisationen einfach nur grundsätzlich zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen, oder ob sie tatsächlich die Demonstrationen vor den Zentralen der CDU selbst organisieren. Das so Organisationen grundsätzlich nicht gegen Extremismus demonstrieren dürfen, wäre für mich eine seltsame Auffassung von zivilen Organisationen. Es muss ja schon geziehlt gegen eine Partei gehen, damit es fragwürdig wird.

Bei dem Wissen wollen bin ich bei dir und ich meinte ja schon, dass ich gespannt die Antwort abwarte. Ein paar Anfragen sind meiner Meinung nach Quatsch. Es ist bekannt, dass Correctiv sich zum Beispiel nicht aus Fördermitteln der Bundesregierung finanziert. Ingesamt finde ich die Wahl einiger Organisationen seltsam. Aber klar ist, die Anfrage ist berechtigt und ich bin gespannt was raus kommt.
Bei der Abstimmung darf man nicht vergessen,dass vorher Zwei Menschen ermordet wurden, dass war der Auslöser warum Bewegung in die Sache gekommen ist, zusammen mit den anderen Vorfällen die auch kurz vorher stattgefunden haben.
Und ja, es war dazu da um zu zeigen,dass Merz es ernst meint, nur hätten da SPD und Grüne locker mitziehen und mitabstimmen können, stattdessen hat man daraus und aus den Demos dann eine Wahlkampfveranstaltung gegen die Union gemacht und auf Emotionen gesetzt weil man inhaltlich nichts dagegen halten konnte.
Ich gehe da schon davon aus, dass ein Teil der Empörung die es da zu sehen gab gespielt war, wenn man sich den Plan von Merz anschaut steht darin nichts drin das die Aufregung rechtfertigt, eher im Grgenteil, aus der Ampel wurde ähnliches versprochen. Das Grüne und SPD dem nicht zugestimmt haben wird in Zukunft jedes Versprechen,dass sie in Bezug auf Begrenzung der Migration abgeben unglaubwürdig machen und das hilft dann am Ende der AfD.

Ich finde ich es auch schon fast etwas pervers,dass man inzwischen nach jedem Anschlag die Uhr danach stellen kann,dass eine Demo gegen Rechts organisiert wird, von der Demo ging dann ja auch ein fröhliches Selfie der Grünen Polit Prominenz rum,das wirkt auf mich einfach extrem kalt.

Zur Abstimmung mit der AfD und damit vielleicht auch zur Politik allgemein als Antwort zu dem Post von vor ein paar Monaten. Mein Vorschlag wäre die Politik wieder sachlicher zu machen und weniger auf Parteien und Richtungen sondern mehr auf Abgeordnete zu schauen, z.B den Fraktionszwang aufheben, die Menschen könnten dann regional jemanden in den Bundestag schicken der ihre Interessen bestmöglich vertritt, wenn ein Antrag eingebracht wird sollte es nicht darum gehen wer den eingebracht hat, also egal ob Grüne oder AfD, sondern darum wie sinnvoll der für die einzelnen Abgeordneten ist und ob der das Land weiterbringt. Diese Macht und Parteispiele blockieren einfach viel und kosten Zeit, das hätte man nicht wenn die Politiker zuerst dem Wähler verpflichtet wären und dann der Partei.
Konkret heißt das in diesem Fall, dass es keine Rolle spielen sollte wer da mit wem abstimmt und es stört mich auch 0 das es die AfD ist.Eher im Gegenteil ich hätte Merz zu genau dem Schritt geraten. Wir bezahlen den Leuten die da sitzen einen Haufen Geld und ich erwarte kein Theater oder Kindergarten sondern Lösungsorientiertes Verhalten.

Ja ich würde auch zwischen den Aktionen und den Organisationen unterscheiden, meine Tante ist z.B auch bei den Omas gegen Rechts, die sind im Vergleich zu anderen wahrscheinlich eher harmlos.  :P Gestern gesehen, dass Paus vor den Demos nochmal darauf hingewiesen hat hat so neutral wie möglich zu bleiben,spricht ja schon für eine Verbindung zwischen den Parteien und den Organisationen. https://www.welt.de/vermischtes/article255563794/Ministerium-liess-Mahnung-zur-politischen-Neutralitaet-an-NGOs-schicken.html
Ich halte aber generell nichts davon NGOs zu stark aus Steuermitteln zu fördern, besonders wenn die ein so einseitiges Demokratieverständnis haben.


Wenn die "eindeutigen" Slogans/Plakate so stark in der Überzahl sind, find ich es dann allerdings seltsam, warum die nicht erwähnt werden in dem verlinkten Artikel - und stattdessen welche, bei denen sich der Durchschnittsbürger (also nicht der geifernde Antisemit, sondern zB einfach jemand, der sich mit der Materie zuwenig beschäftigt, um "free Palestine" als antisemitisch zu erkennen) fragt, wo hier der Antisemitismus ist?
Ein solches Vorgehen läuft doch dem eigenen Interesse - den Antisemitismus deutlich zu machen - eher zuwider?

Ich geb Dir nebenbei gesagt recht, dass die Friedensdemos (die ich in ihrem Grundgedanken nicht per se für antisemitisch halte) instrumentalisiert wurden und werden - ähnlich wie mit den Friedensdemos zu Beginn des russischen Überfalls.
Und ja, ich würde mir ebenfalls wünschen, dass man sich da eindeutig von der Hamas und ähnlichen Terrorgruppen abgrenzt. *
Wie gesagt wird da auch viel mit dogwhistling gearbeitet, Demos auf denen es in der Mehrzahl radikale Sprüche und Transparente gibt laufen Gafahr beobachtet und verboten zu werden, dass heißt aber nicht, dass auf gemäßigter scheinenden Demos nicht auch solche Sprüche und Ansichten gibt wenn man einzelne Teilnehmer rausgreift. Die Szene hat allgemein das "Problem" dass die etablierten Slogans und Vergleiche aus dem Ausland in Deutschland ggf unter Volksverhetzung fallen, inzwischen hat man sich da entsprechend angepasst.
Da der erwähnte Artikel der Bild.
https://www.bild.de/regional/berlin/nach-aufruf-zu-judenmord-berlin-prueft-demonstrations-verbote-679f8f4ad72ca12c3499cdff
Hier noch ein zufälliger Tweet den ich vorhin beim scrollen gesehen habe. https://x.com/JFDA_eV/status/1894336011041112158 wenn man sich Berichte über Demos anschaut ist sowas normal,dass da nicht aufgestanden wird und die Leute nicht aus der Demo entfernt werden ist ein Problem.

Bin ich zum großen Teil bei Dir, gerade die Rolle der UNRWA muß inzwischen wirklich kritisch gesehen werden. Das Versagen hat schon echt groteske Züge teilweise.
Wo ich Dir allerdings wiederspreche: wenn ein Teil der Zivilbevölkerung (entweder freiwillig oder gezwungen - denn wie gesagt: von denen kann keiner raus, die Palästinenser sitzen im Gazastreifen in einem großen Reservat und kennen das Recht auf Freizügigkeit höchstens theoretisch)  an Verbrechen gegen die israelische Zivilbevölkerung beteiligt ist, kann die Lösung dafür nicht sein, dass wir im Gegenzug halt die gesamte Bevölkerung umbringen (indem wir Lebensmittel und Medikamente einfach nicht mehr liefern).

Und das Argument "mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht zulassen" find ich ganz ohne Ironie super, bin ich zu 100% Deiner Meinung.
Wäre allerdings schön, wenn uns unsere historische Verantwortung nicht immer nur dann einfallen würde, wenn es nicht um die Profite unserer Rüstungsindustrie geht.
Aber das ist dann gleich das nächste Riesenthema, das möchte ich jetzt eigentlich gar nicht aufmachen.
Ja da müsste es eigentlich eine große Reform geben, wahrscheinlich ist es einfach ein Korruptionssumpf der selbst gar kein interesse daran hat die Situation zu verbessern und die anderen Ländern zahlen ein damit sie ihre Ruhe haben.
Ich glaube da wird oft die Radikalisierung unterschätzt die die Bevölkerung durchläuft, wenn dir jeden Tag vorgesetzt wird das Israel der Feind ist und Juden der Teufel macht das auch was mit den Menschen, wieviele es am Ende sind die die Hamas unterstützen finde ich auch schwer zu sagen, ich gehe aber davon aus,dass es die Mehrzahl ist weil die Hamas ja auch gewählt wurde und seitdem  ununterbrochen und ungestört ihre Propaganda verbreiten konnte.  Allgemein gibt es aber nicht nur in Gaza sonderm im Umkreis und auch in der Muslimischen Welt eine eher ablehnende Haltung gegenüber Israel.
Zum "Reservat" da würde ich erstmal zwischen der Situation vor und nach dem 7.10 unterscheiden. Es wird auch oft ignoriert, dass es ja auch eine Grenze zu Ägypten gibt/gab und die Menschen da auch nicht frei durchkonnten, aus der Sicht von Israel ergibt es mMn schon Sinn so streng zu kontrollieren und Niemanden mit Verbindung zur Hamas ins Land zu lassen wenn es eine reale Gefahr gibt,dass es Terroristen sein könnten. Vor dem 7.10 gab es aber auch eine Anzahl Palästinenser die in Israel gearbeitet haben und man hat sich Saudi Arabien angenähert, man kann davon ausgehen,dass sich die Situation der Menschen dadurch stetig weiter verbessert hätte. Ich denke es hing da sehr viel an den Palästinensern selbst, sie hätten aus Gaza auch einen Touristenort machen und so eine Öffnung erwzingen können, dass liegt aber weder im Interesse der Hamas noch in dem der politischen Aufwiegler aus dem Ausland.

Ich denke nicht das es durch den Wegfall unserer Unterstützung eine Lebensmittel oder Medikamentenknappheit geben würde, man könnte ja Gelder aus dem Iran oder Katar dafür nehmen.

Ich hab Dich bei der Aussage zur Staatsbürgerschaft offensichtlich wirklich mißverstanden.
Nach der Erklärung kann ich Dir wiederum zustimmen.
Was ich mich allerdings in dem Zusammenhang frage - kriege ich durch meine Medien-/Quellenauswahl wirklich ein so stark ausgewogeneres Bild als Leute, die sich nur auf die Tagesschau verlassen?
(click to show/hide)

Die Hamas-Feier war mir zB bekannt.
Auch Netanjahus Behauptung, lediglich Kriminelle einzusperren, ist mir nicht neu.
Die (auch in Israel!) an dieser Behauptung lautgewordene Kritik allerdings ebenso.

Ich denke aber, wir sind uns einig, dass eine ausführlichere und neutralere Berichterstattung ganz grundsätzlich sehr wünschenswert ist.
(Immer schwieriger zu managen, weil die Menge an Medien/Informationen/Sinnesreizen mit jedem Jahr exponentiell zunimmt.)
Allgemein finde ich es immer sinnvoll sich aus verschiedenen Quellen zu informieren, gerade wenn es um so etwas wie Kriege geht kann man schon davon ausgehen,dass es oft Propaganda und/oder einseitig geschnitten ist wenn man Berichte von einer Seite bekommt, Israel würde ich da auch nicht unbedingt ausnehmen,da hat man aber Gleichzeitig noch kritische Berichterstattung im Land selbst. Gerade bei dem Thema ist es schwer Quellen zu finden die neutral berichten,von der Tagesschau und den öffentlich rechtlichen Medien erwarte ich aber einfach mehr. Bei mir ist es einfach Tradition Tagesschau zu gucken  :P selbst wann man die Themen schon vorher auf dem Schirm hat. Die Qualität nimmt leider stetig ab und es wird zunehmend tendenziös. Also ja, wenn man sich nur 15 Minuten Zeit nimmt und alles glaubt was gesagt wird entsteht schon ein anderes Bild, kenne ich auch durch Gespräche mit Menschen aus meinem Umfeld.

Was ich auch interessant fand, Israel hat ja Al Jazeera verboten weil die sehr einseitig und Pro Hamas berichtet haben,da gab es recht viel Kritik, später hat die palästinensischa Autonomiebehörde das gleiche gemacht.

Israel ist ein Rechtstaat, es gibt aber eine Untersuchungshaft, wie in anderen Ländern auch.Das es nach dem 7.10 eine härtere Gangart gibt und auch erstmal Leute auf Verdacht eingesperrt werden is dem Ausnahmezustand geschuldet, wie es weitergeht wenn/falls der Konflikt mal beendet ist wird man sehen.


Absolut korrekt.
Der "Mainstream"-Islam heute zeigt aus meiner Sicht deutliche Parallelen zum Christentum vor 500 Jahren (hab ich ja schonmal erwähnt) - man KÖNNTE also sagen:
"Der Islam heute ist die direkte Folge von 500 Jahren Kolonialismus und Imperialismus der europäischen Staaten seit dem Ede der Reconquista. Wir haben den Muslimen 500 Jahre Entwicklung 'gestohlen' und beschweren uns jetzt, dass ihnen diese 500 Jahre auch auf religiösem Gebiet fehlen."

Das wäre natürlich eine reichlich zynische Entschuldigung für die Verbrechen, die im Namen dieser Rreligion verübt wurden, aber es ist dennoch nicht von der Hand zu weisen, dass  es - um mal beim Beispiel der jüdischen Minderheit zu bleiben - im arabisch kontrollierten Teil des mittelalterlichen Spaniens für einen Juden deutlich angenehmer war als in christlichen Ländern. Die Religionsfreieheit und generelle Toleranz war sprichwörtlich.
Das hat sich nach 1492 - aus meiner Sicht auch als Folge der politischen Entwicklungen - leider stark geändert und heute ist der Islam in einer Situation, in der die notwendige Aufklärung/Säkularisierung überfällig, aber noch nicht geschehen ist.

(Im Iran und auch anderswo kann man die allerersten Anzeichen dafür erkennen, dass die Bevölkerung zumindest fühlt, dass sich da etwas ändern muß - und in der Reaktion der herrschenden theokratischen Elite kann man die vollständige Unwilligkeit zu Veränderung erkennen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir schon in 10 Jahren in der Vergangenheitsform vom "Mullahregime" sprechen, weil die Bevölkerung inzwischen echt die Faxen dicke hat, sich im Namen einer bronzezeitlich-patriarchischen Religion so komplett kleinhalten zu lassen.)

Und genau deswegen, weil wir diesen von etlichen SEHR gewalttätigen Auseinandersetzungen begleiteten Reformationsprozess bereits hinter uns haben (der in einem deutlich zurückgegangenen Einfluß der (christlichen) Religion auf das Alltagsleben resultierte) ... nur deshalb wird man als Atheist oder Religionskritiker im Zweifelsfalle nicht mehr gelyncht.
Religösen Fanatismus und die Folgen nur auf Kolonialisierung zu schieben ist mir zu einfach, da wird die Verantwortung einfach in eine andere Ecke geschoben aber sonst hast du schon Recht,dass es da weniger Entwicklung gegeben hat. Ist aber auch ein komplexes Thema.

Wie ist denn dein Standpunkt da in Bezug auf Zuwanderung? Ist es in Ordnung Grenzen zu setzen und nur Leute bei uns aufzunehmen die aufgeklärter sind? Meiner Meinung nach hätte es schon lange Bestrebungen geben müssen den Islam hier in eine westliche Richtung zu lenken , in vielen Ländern sieht man aber eher das krasse Gegenteil.
Ich sehe auch irgendwie nicht was da den Anstoß für Veränderungen geben soll. Menschen die da etwas waagen leben wirklich gefährlich, vor kurzem wurde z.B der erste offen Homosexuelle Imam ermordet. https://www.spiegel.de/panorama/justiz/kapstadt-bekannter-homosexueller-imam-muhsin-hendricks-erschossen-a-a0e29b46-f934-4a00-8904-e1895a5653ec
Und der Mann der in Schweden den Koran verbrannt hat wurde auch erschossen, wobei ich die Aktion auch eher daneben fand, trotzdem kein Grund den umzubringen.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/schweden-koran-verbrennung-angeklagter-tot-100.html

Beim Iran wäre ich eher skeptisch, die Geschichte und Entwicklungen in der Region haben ja gezeigt, dass solche Veränderungen entweder hart unterdrückt werden und nach einem Wechsel auch etwas schlimmeres folgen kann. Es ist auch die Frage ob die Bevölkerung von sich aus die Kraft hat etwas zu verändern wenn staatlich alles kontrolliert wird, eher wandern die Menschen aus die es können und es nicht mit den Mullahs halten. Es ist da auch noch völlig offen wie der Konflikt um das Atomprogramm weitergeht und wie Trump in Zukunft reagiert.



Ich wiederhole mich: das Existenzrecht Isreals ist nicht infragezustellen. Ende der Diskussion.
Und zwar unabhängig von irgendwelchen moralischen oder rechtlichen Erwägungen schon ganz pragmatisch aus dem einfachen Grund, dass das kein problem lösen und nur unzählige neue schaffen würde.

Dass wir einer Vertreibung eines Volkes grundsätzlich niemals zustimmen dürfen, ist dann die ethische Grundsatzeinstellung, die ich anfügen möchte. Wie das Volk heißt, ist mir dabei völlig egal.

Über das "gelebte 'nie wieder' " kann man geteilter Meinung sein.
Ich bin der Meinung, dass es Israel trotz allem nicht zusteht, Millionen Palästinener als Reaktion auf 1500 (?) tote Israelis in den Tod zu schicken und das als "angemessen" zu verkaufen, aber ich lebe nicht dort.
Und ich lebe schon gar nicht seit Jahrzehnten mit der täglichen Sorge, wo wohl die nächste Rakete einschlägt.  :-\
Vertreibung wäre da auch nicht die Lösung weil man den Hass nur auf andere Länder verteilen würde, Ägypten und Jordanien weigern sich ja nicht ohne Grund Leute aus Gaza aufzunehmen, ich finde den Plan von Trump auch nicht durchdacht. Mit einer Besatzung muss man sich aber wahrscheinlich arrangieren.
Ich habe aber selbst auch keine einfache Lösung dafür, in der Theorie es wäre es vielleicht am besten wenn man es schafft es die Hamas soweit zu dezimieren und abzulösen so dass man die Menschen deradikalisieren kann, praktisch ist das aber nicht leicht umzusetzen und auch unrealistisch weil der Hamas die eigene Bevölkerung offenbar komplett gleichgültig ist, es ist ja allgemein schon sehr Selbstmörderisch einem militärisch überlegenen Land den Krieg zu erklären.
Gleichzeitig hat Israel einfach das Recht Terrorangriffe zu unterbinden und für die Sicherheit seiner Bevölkerung zu sorgen. Dabei wird auch darauf geachtet die Bevölkerung in Gaza zu schonen aber im Gegensatz zu vor dem 7.10 wird auch angegriffen auch wenn das militärische Ziel in einem bewohnten Gebiet liegt und es wird weniger gewarnt, nebenbei ist das aufstellen von Raketen in solchen Gebieten auch die Entscheidung der Hamas, genauso wie das wechseln in Zivillkleidung um sich zu verstecken.

Allgemein müssen sich die Palästinser selbst überlegen wie es weitergehen soll, wählt man Frieden und akzeptiert die Dinge wie sie sind oder verliert man am Ende vielleicht alles, die Autonimiebehörde geht schon Schritte in Richtung Frieden, z.B wurde da anscheinend vor einiger Zeit die Gelder für den Märtyrerfond gestoppt, aus dem Terroristen, die Israelis angegriffen haben ,bezahlt wurden. Die Frage ist nur ob die Bevölkerung den Weg mitgeht oder eher der Hamas oder dem Islamischen Jihad folgt und mit Anhängern dieser Gruppen hält sich mein Mitleid wirklich sehr in Grenzen.

* An der Stelle bin ich dann übrigens auch dafür, Abschiebungen deutlich zu vereinfachen. Wer unsere Gastfreundschaft im Rahmen des Asylrecht dazu nutzt, um gegen andere Menschen zu hetzen und deren Tod zu fordern, darf gern wieder zurück in die gewalttätigen Situationen, vor denen er angeblich geflohen ist, denn er scheint Gewalt ja gut zu finden. Gleiches gilt für die Typen, die die Errichtung eines Kalifats fordern. Ist für mich im Gefahrenpotential für unsere Demokratie gleichzusetzen mit den "Eliten" der Reichsbürgerbewegung.
Aber Abschiebungen sind das nächste Riesenthema, wo eine klare, sinnvolle und ethisch vertretbare Regelung kaum möglich scheint.

Damit hast du meine Frage von oben wohl schon beantwortet und das sehe ich genauso.
« Letzte Änderung: 01.März 2025, 19:12:16 von Viking »
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2768 am: 01.März 2025, 19:49:45 »

Ich glaube nicht, dass da der Graben gezogen wird. Zumindest nicht flächendeckend.

Aber diese Abstimmung mit der AFD kurz vor der Wahl war eben provokativ. Wozu war die da? Um den Wählern, die zwischen AFD und CDU hängen zu zeigen, dass die CDU es durchaus ernst meint. Genau so wie es diesen Effekt rechts hatte, hat es aber auch einen Effekt in die andere Richtung. Letztendlich wird ja auch innerhalb diskutiert, ob man es mit der AFD nicht doch probieren sollte (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/brandmauer-afd-cdu-zusammenarbeit-100.html). Auch wenn ich glaube, dass das unter Merz im Bundestag nichts wird. Aber wie schnell es kippen kann, hat man ja nunmal bei dieser Abstimmung gesehen. Denn genau so wie die Abstimmung wohl auf die Unionen einen Effekt hatte und auf der linken Seite einen Gegeneffekt zeigte hat natürlich auch die AFD dadurch etwas im Wahlkampf gewonnen: Legitimation.

Zu dem Gschmäckle: Wäre für mich noch ein Unterschied, ob die Organisationen einfach nur grundsätzlich zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen, oder ob sie tatsächlich die Demonstrationen vor den Zentralen der CDU selbst organisieren. Das so Organisationen grundsätzlich nicht gegen Extremismus demonstrieren dürfen, wäre für mich eine seltsame Auffassung von zivilen Organisationen. Es muss ja schon geziehlt gegen eine Partei gehen, damit es fragwürdig wird.

Bei dem Wissen wollen bin ich bei dir und ich meinte ja schon, dass ich gespannt die Antwort abwarte. Ein paar Anfragen sind meiner Meinung nach Quatsch. Es ist bekannt, dass Correctiv sich zum Beispiel nicht aus Fördermitteln der Bundesregierung finanziert. Ingesamt finde ich die Wahl einiger Organisationen seltsam. Aber klar ist, die Anfrage ist berechtigt und ich bin gespannt was raus kommt.
Bei der Abstimmung darf man nicht vergessen,dass vorher Zwei Menschen ermordet wurden, dass war der Auslöser warum Bewegung in die Sache gekommen ist, zusammen mit den anderen Vorfällen die auch kurz vorher stattgefunden haben.
Und ja, es war dazu da um zu zeigen,dass Merz es ernst meint, nur hätten da SPD und Grüne locker mitziehen und mitabstimmen können, stattdessen hat man daraus und aus den Demos dann eine Wahlkampfveranstaltung gegen die Union gemacht und auf Emotionen gesetzt weil man inhaltlich nichts dagegen halten konnte.
Ich gehe da schon davon aus, dass ein Teil der Empörung die es da zu sehen gab gespielt war, wenn man sich den Plan von Merz anschaut steht darin nichts drin das die Aufregung rechtfertigt, eher im Grgenteil, aus der Ampel wurde ähnliches versprochen. Das Grüne und SPD dem nicht zugestimmt haben wird in Zukunft jedes Versprechen,dass sie in Bezug auf Begrenzung der Migration abgeben unglaubwürdig machen und das hilft dann am Ende der AfD.

Ich finde ich es auch schon fast etwas pervers,dass man inzwischen nach jedem Anschlag die Uhr danach stellen kann,dass eine Demo gegen Rechts organisiert wird, von der Demo ging dann ja auch ein fröhliches Selfie der Grünen Polit Prominenz rum,das wirkt auf mich einfach extrem kalt.

Zur Abstimmung mit der AfD und damit vielleicht auch zur Politik allgemein als Antwort zu dem Post von vor ein paar Monaten. Mein Vorschlag wäre die Politik wieder sachlicher zu machen und weniger auf Parteien und Richtungen sondern mehr auf Abgeordnete zu schauen, z.B den Fraktionszwang aufheben, die Menschen könnten dann regional jemanden in den Bundestag schicken der ihre Interessen bestmöglich vertritt, wenn ein Antrag eingebracht wird sollte es nicht darum gehen wer den eingebracht hat, also egal ob Grüne oder AfD, sondern darum wie sinnvoll der für die einzelnen Abgeordneten ist und ob der das Land weiterbringt. Diese Macht und Parteispiele blockieren einfach viel und kosten Zeit, das hätte man nicht wenn die Politiker zuerst dem Wähler verpflichtet wären und dann der Partei.
Konkret heißt das in diesem Fall, dass es keine Rolle spielen sollte wer da mit wem abstimmt und es stört mich auch 0 das es die AfD ist.Eher im Gegenteil ich hätte Merz zu genau dem Schritt geraten. Wir bezahlen den Leuten die da sitzen einen Haufen Geld und ich erwarte kein Theater oder Kindergarten sondern Lösungsorientiertes Verhalten.

Ja ich würde auch zwischen den Aktionen und den Organisationen unterscheiden, meine Tante ist z.B auch bei den Omas gegen Rechts, die sind im Vergleich zu anderen wahrscheinlich eher harmlos.  :P Gestern gesehen, dass Paus vor den Demos nochmal darauf hingewiesen hat hat so neutral wie möglich zu bleiben,spricht ja schon für eine Verbindung zwischen den Parteien und den Organisationen. https://www.welt.de/vermischtes/article255563794/Ministerium-liess-Mahnung-zur-politischen-Neutralitaet-an-NGOs-schicken.html
Ich halte aber generell nichts davon NGOs zu stark aus Steuermitteln zu fördern, besonders wenn die ein so einseitiges Demokratieverständnis haben.




Das da inhaltlich nicht dagegen gehalten wurde, sehe ich nicht so. Ich habe genug Argumentationen inhaltlich gegen den fünf Punkteplan gehört und warum es nicht gut ist eine Abstimmung zu starten, bei der im vorhinein klar ist, dass es nur durch die AFD zu einer Mehrheit kommt und diese Abstimmung darüber hinaus nicht mal eine Wirkung hat, weil sie nur ein Symbol ist.
Man könnte andersherum auch sagen, dass die Tragödie im Wahlkampf instrumentalisiert wurde und die angestrebten Lösungen in keinster Weiße dem Fall angemessen sind. Eine Tragödie im Wahlkampf zu verwenden, um tausende unschuldige Migranten mit einem Täter (Der Täter ist übrigens schuldunfähig, er hat nur die falsche/richtige Nationalität.) in die Ecke zu stellen, weil sie eine ähnliche Herkunftsgeschichte haben, ist auch extrem kalt.
Das Schwierige bei der Migration ist für mich, dass es schon in der grundlegenden Bewertung über Problem und notwendige Lösung massive Spaltungen zwischen den einzelnen Parteien gibt. Dazu ist es noch durch die AFD extrem aufgeladen. Das führt dazu, dass dem im Wahlkampf viel zu viel Platz eingeräumt wurde. Während man sich vorher darauf einigte, dass man gar nicht oder kaum darüber reden will waren am Ende in den TV Duellen über 30% der Sprechzeit von diesem Thema dominiert. Wirtschaft oder Ausenpolitik blieb auf der Strecke. Für mich wird das Thema größer gemacht als es ist.

Und sorry, der Selfie? Menschen sind losgelöst von dem Fall in einem anderen Kontext an einem völlig anderen Ort. Ich fand damals die überzogene Kritik an Laschets Lachen im Hintergrund schon echt platt. Der war sogar vor Ort. Brauchen wir ein Gesetz? Bei Morden und anderen Tragödien in Deutschland 3 Tage Lachverbot für deutsche Politiker?



Zu deinem Vorschlag: Gibt es sowas irgendwo? Also als Beispiel? Für mich kingt es seltsam. Aber vielleicht verstehe ich es auch nicht richtig.
Glaubst du nicht, dass sich Hunderte von Politikern sofort wieder zu Gruppen zusammenschließen würden? Parteien und Koalitionen haben den Vorteil, dass sie Ideen bündeln und gruppieren. So würde ja jeder Abgeordnete aus jedem Wahlkreis mitdiskutieren wollen. Und zwar überall. Er muss sogar mitdiskutieren. Sonst vertritt er ja in irgendeinem Thema nicht mehr sein Wahlkreis.
Parteien und Koalitionen teilen sich Aufgabengebiete dagegen untereinander auf. Nicht jeder Abgeordnete hat Ahnunug von allem, weil er nur in bestimmten Arbeitskreisen sitzt. Ist jeder für sich alleine müsste man viel weniger parallel bearbeiten, weil jeder immer bei 0 anfangen und Mehrheiten suchen muss, ohne sich auf grob abgesteckte gewählte Mehrheiten berufen zu können. Das aktuelle System hat dagegen auch den Vorteil, dass man schon zum Start der Arbeit an einem Gesetz weiß, dass man theoretisch die Mehrheit hat, wenn man sich einigt. Das hätte man als Einzelperson nicht.
Und natürlich würde es dort auch die gleichen Probleme geben. Der Politiker im linken Spektrum würde eher nicht mit Politiker aus dem rechten Spektrum zusammen arbeiten wollen.



So stark werden meines Wissens NGOs gar nicht gefördert. So Gruppen wie BUND übernehmen staatliche Aufgaben und bekommen dafür Geld. Zum Beispiel für die Renaturierung von Gebieten im Rahmen der Naturschutz-Ziele des Bundes. Ansonsten gibt es Geld für zweckgebundene extra beeantrage und geprüfte Projekte, die dann unter bestimmten Auflagen durchgeführt werden müssen. An die werden dann aber auch Maßsstäbe wie Neutralität angelegt. Aber wie schon zwei mal gesagt: In zwei Wochen wissen wir mehr.

Edit:
Gestern gesehen, dass Paus vor den Demos nochmal darauf hingewiesen hat hat so neutral wie möglich zu bleiben,spricht ja schon für eine Verbindung zwischen den Parteien und den Organisationen.


Hmm? Das spricht für eine Verbindung zwischen einem Bundesamt und den Organisationen. In dem von dir verlinkten Text steht, dass die Organisationen nur für bestimmte Projekte ihm Rahmen von Demokratie Lebt Gelder erhalte und diese (und die Symbole) damit auch nur ihm Rahmen der Projekte verwenden dürfe. Mit dem Hinweis bewahrt das Bundesamt ja sogar Neutralität und trennt klar zwischen den Projekten und anderen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen).

Das Bundesamt selbst ist als Organ der Regierung zur Neutralität verpflichtet. Der Hinweis des Bundesamts an die Organisationen diese Symbole raus zu lassen und damit Neutralität zu waren lässt aber gerade auf das Gegenteil schließen, was du sagst. Nämlich, dass das Bundesamt eine nicht neutrale Verwendung festgestellt hat und diese nicht möchte. Man kann den Organisationen also einen Fehler nachsagen. Aber wo ist den die Verbindung zu Parteien?
« Letzte Änderung: 01.März 2025, 20:58:30 von DragonFox »
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2769 am: 01.März 2025, 21:53:28 »

Das da inhaltlich nicht dagegen gehalten wurde, sehe ich nicht so. Ich habe genug Argumentationen gegen den fünf Punkteplan gehört.
Man könnte andersherum auch sagen, dass die Tragödie im Wahlkampf instrumentalisiert wurde und die angestrebten Lösungen in keinster Weiße dem Fall angemessen sind. Eine Tragödie im Wahlkampf zu verwenden, um tausende unschuldige Migranten mit einem Täter (Der Täter ist übrigens schuldunfähig, er hat nur die falsche/richtige Nationalität.) in die Ecke zu stellen, wie sie eine ähnliche Herkunftsgeschichte haben, ist auch extrem kalt.
Das Schwierige bei der Migration ist für mich, dass es schon in der grundlegenden Bewertung über Problem und Lösung massive Spaltungen zwischen den einzelnen Parteien gibt. Dazu ist es noch durch die AFD extrem aufgeladen. Das führt dazu, dass dem im Wahlkampf viel zu viel Platz eingeräumt wurde. Während man sich vorher darauf einigte, dass man gar nicht oder kaum darüber reden will waren am Ende in den TV Duellen über 30% der Sprechzeit von diesem Thema dominiert. Wirtschaft oder Ausenpolitik blieb auf der Strecke. Für mich wird das Thema größer gemacht als es ist.
Ja gute Punkte, da gehen unsere Meinungen in welche Richtung das gehen sollte wahrscheinlich auseinander, ich bin z.B der Meinung,dass das Argument,dass man durch die Merz Vorschläge gegen EU Recht verstößt nicht zieht, weil jeder der bei uns an der Grenze ankommt schon durch ein sicheres Land gekommen sein muss und selbst wenn es so wäre hat das ausgehandelte Abkommen bisher versagt, so das es rechtfertigen würde sich dagegen zu sperren.
Es geht ja nicht um den einzelnen Fall, es ist einfach ein Punkt an dem es reicht, 2024/25 sind die Jahre ab denen wir Messerverbotszonen bekommen haben in denen die Polizei normale Bürger schikaniert und ab dem Feiern und Demos abgesagt werden wenn es nicht genug Poller und Einsatzkräfte gibt. Da will ich eine Politik die reagiert und nicht eine die einfach darauf hofft, das es weniger Anschläge gibt.
Die AfD steht daneben und freut sich weil sie mit jedem neuen Vorfall mehr Stimmen bekommt.Es gibt ja inzwischen auch eine ziemliche Anzahl Migranten die die wählen weil die darauf auch keine Lust haben, so wie auch Opfer von Gewalttaten und Anschlägen oftmals selbst Migranten sind. Wenn man das nicht kontrolliert in Reformen lenkt wird die platte "Ausländer raus" Welle vielleicht mal so stark,dass man sich wünscht man hätte vorher reagiert.

Du hast Recht, Außenpolitik/Verteidigung und Wirtschaft sind auch wichtige Themen und die kamen im Wahlkampf zu wenig vor, trotzdem bleibt das Thema wichtig, weil es mMn Einfluss auf alle Bereiche der inneren Politik hat, Soziales, Sicherheit, Wohungsmangel usw.

Und sorry, der Selfie? Menschen sind völlig losgelöst von dem Fall in einem anderen Kontext an einem völlig anderen Ort. Ich fand damals die überzogene Kritik an Laschets Lachen im Hintergrund schon echt platt. Der war sogar vor Ort. Brauchen wir ein Gesetz? Bei Morden und anderen Tragödien in Deutschland 3 Tage Lachverbot für deutsche Politiker?
Ja die Reaktion auf Laschet fand ich damals auch überzogen, trotzdem muss man das nicht machen, die haben mit ihren Demos die Schlagzeilen des Anschlags verdrängt , Mission geglückt,da darf man sich freuen, :P sorry für die Polemik,wahrscheinlich hast du da auch Recht. Die ganze Situation da ging mir einfach hart gegen den Strich weil man da locker hätte zusammenstehen und ein Zeichen setzen können, stattdessen kloppt man sich weiter weil Wahlkampf.

Zu deinem Vorschlag: Gibt es sowas irgendwo? Also als Beispiel? Für mich kingt es seltsam. Aber vielleicht verstehe ich es auch nicht richtig.
Glaubst du nicht, dass sich Hunderte von Politikern sofort wieder zu Gruppen zusammenschließen würden? Parteien und Koalitionen haben den Vorteil, dass sie Ideen bündeln und gruppieren. So würde ja jeder Abgeordnete aus jedem Wahlkreis mitdiskutieren wollen. Und zwar überall. Er muss sogar mitdiskutieren. Sonst vertritt er ja in irgendeinem Thema nicht mehr sein Wahlkreis.
Parteien und Koalitionen teilen sich Aufgabengebiete dagegen untereinander auf. Nicht jeder Abgeordnete hat Ahnunug von allem, weil er nur in bestimmten Arbeitskreisen sitzt. Ist jeder für sich alleine müsste man viel weniger parallel bearbeiten, weil jeder immer bei 0 anfangen und Mehrheiten suchen muss, ohne sich auf grob abgesteckte gewählte Mehrheiten berufen zu können. Das aktuelle System hat dagegen auch den Vorteil, dass man schon zum Start der Arbeit an einem Gesetz weiß, dass man theoretisch die Mehrheit hat, wenn man sich einigt. Das hätte man als Einzelperson nicht.
Und natürlich würde es dort auch die gleichen Probleme geben. Der Politiker im linken Spektrum würde eher nicht mit Politiker aus dem rechten Spektrum zusammen arbeiten wollen.
Nein, wahrscheinlich nicht, ist auch eher eine Idealvorstellung wie es mMn laufen sollte. Man könnte sich ja zu Gruppen formieren aber trotzdem dem Wähler und der Sache verpflichtet bleiben. Wenn man Beispielsweise ab und an sieht wie ein kluger Vorschlag der ppposition kommt aber abgelehnt wird und ne Woche später kommt aus der Regierung quasi das gleiche und wird angenommen, es ist einfach Geld und Zeitverschwendung. Mit dem wissen bzw, nicht wissen hat du auch einen Punkt, man kann aber schon erwarten, dass die Leute sich zumindest grob damit beschäftigen was gerade läuft.
Durch das neue Wahlrecht gibt es nebenbei auch Regionen in Deutschland die nicht durch direkt gewählte Vertreter repräsentiert werden, so gesehen geht es eher in die andere Richtung.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/bundestagswahl-2025-wahlkreis-tuebingen-ergebnis-cdu-naser-100.html


So stark werden meines Wissens NGOs gar nicht gefördert. So Gruppen wie BUND übernehmen staatliche Aufgaben und bekommen dafür Geld. Zum Beispiel für die Renaturierung von Gebieten im Rahmen der Naturschutz-Ziele des Bundes. Ansonsten gibt es Geld für zweckgebundene extra beeantrage und geprüfte Projekte, die dann unter bestimmten Auflagen durchgeführt werden müssen. An die werden dann aber auch Maßsstäbe wie Neutralität angelegt. Aber wie schon zwei mal gesagt: In zwei Wochen wissen wir mehr.
Vielleicht sind wir ja nach der Anfrage schlauer, ich finde aber,dass einige NGOs wie z.B diese, vonSignor Rossi erwähnten, trusted flagger auch zu viel Macht haben. Da wird es stark drauf ankommen was genau die machen und welchen Einfluß die am Ende haben, gibt ja bestimt auch welche die nur aus Spenden finanziert werden und in sowas wie extremismus Beratung tätig sind, da kann man nichts gegen sagen.

Hmm? Das spricht für eine Verbindung zwischen einem Bundesamt und den Organisationen. In dem von dir verlinkten Text steht, dass die Organisationen nur für bestimmte Projekte ihm Rahmen von Demokratie Lebt Gelder erhalte und diese (und die Symbole) damit auch nur ihm Rahmen der Projekte verwenden dürfe. Mit dem Hinweis bewahrt das Bundesamt ja sogar Neutralität und trennt klar zwischen den Projekten und anderen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen).

Das Bundesamt selbst ist als Organ der Regierung zur Neutralität verpflichtet. Der Hinweis des Bundesamts an die Organisationen diese Symbole raus zu lassen und damit Neutralität zu waren lässt aber gerade auf das Gegenteil schließen, was du sagst. Nämlich, dass das Bundesamt eine nicht neutrale Verwendung festgestellt hat und diese nicht möchte. Man kann den Organisationen also einen Fehler nachsagen. Aber wo ist den die Verbindung zu Parteien?
Wenn die Organisationen daraus finanziert werden ändert es aber nichts wenn man einfach das Logo entfernt und gäbe es keine Einflussnahme müsste man auch keinen Brief schicken. Vielleicht sehe ich das aber auch falsch.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2770 am: 02.März 2025, 14:42:47 »

Das da inhaltlich nicht dagegen gehalten wurde, sehe ich nicht so. Ich habe genug Argumentationen gegen den fünf Punkteplan gehört.
Man könnte andersherum auch sagen, dass die Tragödie im Wahlkampf instrumentalisiert wurde und die angestrebten Lösungen in keinster Weiße dem Fall angemessen sind. Eine Tragödie im Wahlkampf zu verwenden, um tausende unschuldige Migranten mit einem Täter (Der Täter ist übrigens schuldunfähig, er hat nur die falsche/richtige Nationalität.) in die Ecke zu stellen, wie sie eine ähnliche Herkunftsgeschichte haben, ist auch extrem kalt.
Das Schwierige bei der Migration ist für mich, dass es schon in der grundlegenden Bewertung über Problem und Lösung massive Spaltungen zwischen den einzelnen Parteien gibt. Dazu ist es noch durch die AFD extrem aufgeladen. Das führt dazu, dass dem im Wahlkampf viel zu viel Platz eingeräumt wurde. Während man sich vorher darauf einigte, dass man gar nicht oder kaum darüber reden will waren am Ende in den TV Duellen über 30% der Sprechzeit von diesem Thema dominiert. Wirtschaft oder Ausenpolitik blieb auf der Strecke. Für mich wird das Thema größer gemacht als es ist.
Ja gute Punkte, da gehen unsere Meinungen in welche Richtung das gehen sollte wahrscheinlich auseinander, ich bin z.B der Meinung,dass das Argument,dass man durch die Merz Vorschläge gegen EU Recht verstößt nicht zieht, weil jeder der bei uns an der Grenze ankommt schon durch ein sicheres Land gekommen sein muss und selbst wenn es so wäre hat das ausgehandelte Abkommen bisher versagt, so das es rechtfertigen würde sich dagegen zu sperren.
Es geht ja nicht um den einzelnen Fall, es ist einfach ein Punkt an dem es reicht, 2024/25 sind die Jahre ab denen wir Messerverbotszonen bekommen haben in denen die Polizei normale Bürger schikaniert und ab dem Feiern und Demos abgesagt werden wenn es nicht genug Poller und Einsatzkräfte gibt. Da will ich eine Politik die reagiert und nicht eine die einfach darauf hofft, das es weniger Anschläge gibt.
Die AfD steht daneben und freut sich weil sie mit jedem neuen Vorfall mehr Stimmen bekommt.Es gibt ja inzwischen auch eine ziemliche Anzahl Migranten die die wählen weil die darauf auch keine Lust haben, so wie auch Opfer von Gewalttaten und Anschlägen oftmals selbst Migranten sind. Wenn man das nicht kontrolliert in Reformen lenkt wird die platte "Ausländer raus" Welle vielleicht mal so stark,dass man sich wünscht man hätte vorher reagiert.

Das mit dem EU Recht war ein bisschen platt dahergesagt und generell bewerte ich den 5 Punkteplan auch differenzierter.

Punkt eins und vier halte ich einfach für schlicht unmöglich.
Der Polizeiverband hat direkt eine Ablehnung gezeigt und die Aussage war, dass dafür tausende (ich meine, 8000 war die Zahl) neue Beamte bräuchte, die nur die Grenze schützen. Im Vergleich zu einigen anderen Ländern haben wir sehr einfach zu überwindende Grenzen. Keine Gebirge oder Meere. Schon bei den zeitlich begrenzten Grenzkontrollen zur Olympiade und WM vergangenen Somme zeigte sich, dass sie nicht viel Effekt haben. Sie waren nicht flächendeckend genug und jemand, der abgelehnt wurde lief einfach 5 Kilometer feldeinwärts und kam über einen Feldweg ins Land.
Für die Inhaftierung der ungefähr 20.000 ausreisepflichtigen Personen stehen 750 Plätze in Einrichtungen zur Verfügung. Hier bräuchte man nicht nur erheblich mehr Personal, sondern auch Infrastruktur.
Der Punkt übersieht allerdings, dass der große Teil dieser ausreisepflichtigen Personen eine Duldung haben. Zum Beispiel, weil sie gerade in einer Berufsausbildung sind, oder ein Mindesjähriges Kind haben, dass wiederum eine Aufenthaltserlaubnis hat. Es gibt natürlich auch andere Gründe. Aber diese beiden Gründe zeigen zum Beispiel, dass man diese Personen auch nicht über einen Kamm scheren kann. Man darf Personen nicht abschieben, weil sie eine Beraufausbildung machen... Also inhaftieren wir sie. Was?

Bei Punkt 2 war ich mir lange unsicher (und bin es immer noch)... Ich dachte, dass das ein doofes Signal an unsere EU-Nachbarn ist, wenn wir einfach die Grenze zumachen und ihnen das Thema überlassen. Jetzt macht es Österreich auch. Das mit dem EU-Recht stimmt so nicht ganz, weil man in Deutschland auf zwei Rechtswegen Asyl beantragen kann. Einmal mit Artikel 16a, der diese "Sichere Drittstaaten"-Klausen enthält und daher auch kaum zur Anwendung kommt. Und einmal mit der Genfer Flüchtlingskonvention, die diese "Sichere-Drittstaaten"-Klause nicht kennt. 2022 zum Beispiel wurden nur 2000 Menschen auf Grund von Artikel 16a anerkannt. Etwas über 40.000 Menschen auf Grund der Flüchtlingskonvention.
Das grundsätzliche Problem das ich hier sehe ist, dass wir jetzt nö sagen. Österreich sagt nö. Was sagen dann Italien und Griechenland? Und dann haben wir überhaupt kein Flüchtlingsschutz mehr und die Festung Europa ist errichtet. Also ja, das mit dem "EU-Recht" war von mir etwas salopp dahergeschrieben, auch wenn das etwas mit reinspielt.
Worum es mir eher geht ist, dass das eine Entwicklung ist, an deren Ende wir uns als europäische Gesellschaft fragen müssen, ob wir uns von Hilfesuchenden abwenden, oder ob wir gemeinsam dafür eine Lösung finden. Das auf nationaler Ebene jeder für sich Nein sagt und so tut, als ginge ihn das nichts an ist natürlich eine Lösung. Für mich ist es aber die falsche.

Punkt 3 kann ich nur halbwegs nachvollziehen. Klar, man will sich das Problem nicht aufbürdern, dass man mit Menschen ohne Dokumente nachher schlechter verfahren kann. Zum Beispiel kann man sie kaum mehr zurückführen. Man hat auch schon Probleme mit der identifizierung und so weiter. Allerdings finde ich es doch grundsätzlich seltsam, dass das Recht auf Asyl an ein Stück Papier geklammert wird. Man stelle sich mal große Flüchtlingsströme in der Geschichte vor, die alle abgewiesen werden, weil man die Dokumente verloren hat. Wir haben bereits Länder auf der Welt, wo Minderheiten flächendeckend die Papiere genommen werden. Da wird einem dann auch einfach das Menschenrecht genommen, dass am Papier und nicht am Menschen hängt. Ich halte diese Forderung einfach für bequem und kurzssichtig.

Einzig und alleine Punkt 5 unterschreibe ich. Wer in Deutschland als Asylsuchender in Duldung oder in Prüfung eine Strafttat begeht, hat die Hilfe verwehrt. Ich grenze hier aber ein, weil man bei Menschen die hier zu recht leben nicht mehr unterscheiden sollte. Sonst bewegen wir uns ja dauerhaft in eine Zweiklassengesellschaft in der die Straftatet von Menschen mit Migrationshintergrund anders bewertet werden, als die Straftaten von Menschen ohne Migrationshintergrund.
Hinzu kommt, das wir die Rechtsauffassung haben, dass Menschen die hier eine Straftatet verüben und verurteilt werden auch hier ihre Strafe verbüsen müssen. Abgeschoben könnten sie sofort auf freien Fuß kommen. Wie würden sich die Opfer fühlen, wenn sie wüssten, dass die Person einen kostenlosen Flug bekommen hat und jetzt wieder frei herumläuft? Ich argumentiere hier jetzt gerade mit einem Einzelfall. Aber die einfachen Forderung, dass Straftäter statt Gefängnis abgeschoben werden steht nunmal gegen unsere Auffassung von Rechtssinn. Das sollte zumindest mal diskutiert werden.
Was auch ausgelassen wir, ist der Umstand, dass abschieben oft gar nicht funktioniert. Wenn das Heimatland nö sagt, kann Deutschland sich auf den Kopf stellen. Die Person wird dort nicht aus dem Flugzeug gelassen. Das gilt für Strafttäter und für Geduldete.
Das Thema ist wirklich wichtig, weil hier vor allem die Akzeptanz flöten geht. Aber wirklich konstruktive Vorschläge gibt es nicht, weil es nur auf einer Auflistung mit 5 einzelnen Sätzen einfach klingt.


Was mich am meisten an diesem Punkteplan stört, ist, dass tragische Fälle aufgegriffen und emotionalisiert werden, um gegen eine große Gruppe von Menschen Politik zu machen die zu einem überwältigen Teil nicht für diese Fälle verantwortlich ist.

Was ich mir wünschen ist, dass wir als Gesellschaft die Flüchtlingshilfe nicht aufgeben, da ich die Inhalte der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 für achtungswürdig halte. Dazu ist eine Lösung auf EU-Ebene notwendig, um zu entscheiden wie man mit dem Strom an Flüchtlingen gemeinsam umgeht. Dublin funktioniert nicht und nationale Einzelgäng im Nein Sagen ist auch nein sagen zur Flüchtlingskonvention oder der falsche Glaube, dass sich das Problem irgendwo an anderer Stelle lösen wird.
Auf Punkt 5 muss man geziehlt eingehen und prüfen, wie man Menschen mit Duldung besser überwachen kann. Da geht es dann aber um 20.000 Menschen (- Menschen in Ausbildung und Co) und nicht pauschal um Alle.

Du hast Recht, Außenpolitik/Verteidigung und Wirtschaft sind auch wichtige Themen und die kamen im Wahlkampf zu wenig vor, trotzdem bleibt das Thema wichtig, weil es mMn Einfluss auf alle Bereiche der inneren Politik hat, Soziales, Sicherheit, Wohungsmangel usw.

Das Thema ist auf jeden Fall wichtig. Vor allem, weil es die Gemüter so erhitzt. Ich wollte mich nicht dafür aussprechen, dass Thema ganz raus zu lassen. Aber die Prioritäten in der politischen Debatte stimmen für mich nicht. Das Manöver von Merz und die darauf folgende Empörung hat alles überschattet. Und das ist schade.

Und sorry, der Selfie? Menschen sind völlig losgelöst von dem Fall in einem anderen Kontext an einem völlig anderen Ort. Ich fand damals die überzogene Kritik an Laschets Lachen im Hintergrund schon echt platt. Der war sogar vor Ort. Brauchen wir ein Gesetz? Bei Morden und anderen Tragödien in Deutschland 3 Tage Lachverbot für deutsche Politiker?
Ja die Reaktion auf Laschet fand ich damals auch überzogen, trotzdem muss man das nicht machen, die haben mit ihren Demos die Schlagzeilen des Anschlags verdrängt , Mission geglückt,da darf man sich freuen, :P sorry für die Polemik,wahrscheinlich hast du da auch Recht. Die ganze Situation da ging mir einfach hart gegen den Strich weil man da locker hätte zusammenstehen und ein Zeichen setzen können, stattdessen kloppt man sich weiter weil Wahlkampf.

Mir geht das alles auf den Keks. Klar ist da auch etwas dran. Das sind Spitzenpolitiker. Die könnten um die Ecke denken und reflektieren, dass sie auf einer Demo sind, die auf einer Entscheidung der CDU beruht, die wiederum auf einer Tragödie mit Toten beruht. Haben sie halt nicht gemacht.
Das ist und bleibt doch trotzdem ein Bagattell. Gleich danach kommt: "Der Habeck ist doch nur Kinderbuchautor!", "Der Lindner ging doch schon selber mal bankrott.", "Die Baerbock hat sich versporchen!", "Guck dir die Frisur von der Merkel an.", "Dem Lauterbach seine Zähne!" Der Merz hat nen Flugzeug!".
Inhalt zur Sache, Fairplay und Abstimmungsverhalten interessieren mich. Alles andere ist für mich kurz vor Boulevard. Das kann man ja alles mal als randbemerkung mit zwinkerndem Auge raushauen. Aber manchmal ersetzt sowas auch einfach die Argumente und das ist schade.

Durch das neue Wahlrecht gibt es nebenbei auch Regionen in Deutschland die nicht durch direkt gewählte Vertreter repräsentiert werden, so gesehen geht es eher in die andere Richtung.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/bundestagswahl-2025-wahlkreis-tuebingen-ergebnis-cdu-naser-100.html

Das finde ich auch nicht gut. Ich finde jeder Wahlkreis braucht seinen Vertreter. Auch wenn er nicht von der eigenen Partei ist. Ich hoffe, dass da Union und SPD nochmal etwas nachschärfen, mit Bedacht. Mit Bedacht sage ich, weil ich auch hoffe, dass es nicht wieder eine große Reform gibt, die irgendwie in die andere Richtung kippt... Die Reform der Ampel war ein guter Schritt. Was wir nicht brauchen ist Gerrymandering aus der USA.


Hmm? Das spricht für eine Verbindung zwischen einem Bundesamt und den Organisationen. In dem von dir verlinkten Text steht, dass die Organisationen nur für bestimmte Projekte ihm Rahmen von Demokratie Lebt Gelder erhalte und diese (und die Symbole) damit auch nur ihm Rahmen der Projekte verwenden dürfe. Mit dem Hinweis bewahrt das Bundesamt ja sogar Neutralität und trennt klar zwischen den Projekten und anderen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen).

Das Bundesamt selbst ist als Organ der Regierung zur Neutralität verpflichtet. Der Hinweis des Bundesamts an die Organisationen diese Symbole raus zu lassen und damit Neutralität zu waren lässt aber gerade auf das Gegenteil schließen, was du sagst. Nämlich, dass das Bundesamt eine nicht neutrale Verwendung festgestellt hat und diese nicht möchte. Man kann den Organisationen also einen Fehler nachsagen. Aber wo ist den die Verbindung zu Parteien?
Wenn die Organisationen daraus finanziert werden ändert es aber nichts wenn man einfach das Logo entfernt und gäbe es keine Einflussnahme müsste man auch keinen Brief schicken. Vielleicht sehe ich das aber auch falsch.

Ein Kumpel von mir vergibt für seinen Kreis die Gelder aus dem Demokratie Leben Topf. Stell dir das eher wie ein Sponsoring vor. Der Gesponsorte bekommt Geld für eine angemeldetes Projekt das strikt durchgeplant ist und bestimmte Kriterien erfüllen muss. Sagen wir der Verein für Freundlichkeit will ein "Frühstück der Kulturen" in der Gemeinde veranstalten. Für diese Maßnahme erhält der Verein Geld und darf das Logo verwenden, weil es ein offizielles "Demokratie Leben"-Projekt ist. Das Amt erhält dafür als Resultat ein Projekt, von dem es sich positive Wirkung für die Gesellschaft erhofft.
Wenn sich der Verein für Freundlichkeit aber zu etwas äußert, was nichts mit dem Projekt zu tun hat, dann darf er weder das Geld noch das Logo verwenden. Und zwar egal, ob das Neutral ist, gegen oder für eine Partei. Die Gelder und das Logo sind nicht für andere Sachen zu verwenden als für das Projekt.
Da das Bundesamt kein Geld für Demonstrationen vergeben hat, ist das Logo fehlt am Platz und darauf weißt es hin. Das Bundesamt achtet einfach darauf, dass diese Grenze gewahrt bleibt. Wenn die NGO nicht das Geld und das Logo verwenden, ist dem Amt aber egal was die NGO macht.

Und worauf ich eigentlich hinauswollte: Es geht ja um Parteieinflüsse. Nicht um Amtseinflüsse. Die NGO spricht mit dem Amt über ein Projekt. Dafür erhält sie Leistungen und das Amt erhält ein Projektresultat. An der Stelle kann man von gegenseitiger Beinflussung sprechen. Aber das Amt ist neutral und das Projekt soll auch neutral sein.
Es geht bei dieser Umfrage meiner Meinung nach nicht um diese "Transaktion". Es geht darum, ob NGOs Geld bekommen um damit Projekte zu machen, die von Parteien beinflusst sind oder sich gegen andere Parteien stellen, womit das Geld keiner neutralen Verwendung mehr zukommen würde. Oder andersherum wäre noch möglich, aber darauf zielt die Anfragen nicht ab, dass das Amt von Parteien beinflusst ist und Gelder an NGOs nicht neutral vergibt.

Und wie gesagt, wie Neutral das wirklich zugehen soll steht nicht fest. Letztendlich geht die Union noch einen Schritt weiter als ich einen Abschnitt oben beschreibe. Es geht in die Richtung, dass eine NGO gar nicht mehr von der Neutralität abweichen darf, sobald sie irgendwie gefördert wird. Auch wenn die Förderung in einem ganz anderen Bereich für eine ganz andere Tätigkeit und unter Einhaltung der damit einhergehenden Auflagen stattfand.
« Letzte Änderung: 02.März 2025, 15:04:11 von DragonFox »
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2771 am: 04.März 2025, 15:07:04 »

Und auf einmal möchte Merz doch Rekordschulden machen.  ::) Huch hat die CDU gemerkt das die eigenen Pläne die man vor der Wahl ausgegeben hat doch nicht so mir nichts dir nichts finanzierbar sind. Aber die Ampel vor der Wahl für eben solche Pläne kritisieren und verteufeln und einen von der schwäbischen Hausfrau erzählen und jetzt Schulden in Rekordhöhe machen wollen.  ::)  Ach diese Doppelmoral ist einfach nur ekelhaft.

Die Dimensionen und wofür man das Geld raushauen will machen mir allerdings Angst. Infrastruktur ist nicht wegzudiskutieren aber ich habe große Zweifel das das Geld an den richtigen Stellen ankommen wird. Die 100 Milliarden für die Bundeswehr hat man ja schon ausgegeben bzw. veplant. Und jetzt sollen da nochmal 400 Milliarden hinzu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Selbstbedienungsladen an und ich habe große Zweifel das die Bundeswehr in ein paar Jahren wirklich Kampffähiger sein wird als heute.
Dankeschön Frau Merkel für die Goldenen Jahre und die Schwarze Null die absolut nichts gebracht hat außer die Probleme in die Zukunft zu verlagern.  ::)
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2772 am: 04.März 2025, 22:28:19 »

Und auf einmal möchte Merz doch Rekordschulden machen.  ::) Huch hat die CDU gemerkt das die eigenen Pläne die man vor der Wahl ausgegeben hat doch nicht so mir nichts dir nichts finanzierbar sind. Aber die Ampel vor der Wahl für eben solche Pläne kritisieren und verteufeln und einen von der schwäbischen Hausfrau erzählen und jetzt Schulden in Rekordhöhe machen wollen.  ::)  Ach diese Doppelmoral ist einfach nur ekelhaft.

Die Dimensionen und wofür man das Geld raushauen will machen mir allerdings Angst. Infrastruktur ist nicht wegzudiskutieren aber ich habe große Zweifel das das Geld an den richtigen Stellen ankommen wird. Die 100 Milliarden für die Bundeswehr hat man ja schon ausgegeben bzw. veplant. Und jetzt sollen da nochmal 400 Milliarden hinzu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Selbstbedienungsladen an und ich habe große Zweifel das die Bundeswehr in ein paar Jahren wirklich Kampffähiger sein wird als heute.
Dankeschön Frau Merkel für die Goldenen Jahre und die Schwarze Null die absolut nichts gebracht hat außer die Probleme in die Zukunft zu verlagern.  ::)


Ich bin dafür dass die Befürworter von neuen Schulden oberhalb der Schuldengrenze die neuen Zinsen mit ihrem Geld bezahlen. Dann hört dieses verdammte "Wir müssen mehr Schulden machen" auf. Bin aber nochmal in meinem Urteil gegenüber Merz bestätigt, dass er ein Lügner und Umfaller ist. Perfektes Duo mit Söder halt. Gut, dass ich die cdU nicht gewählt habe. Wir hatten übrigens keine schwarze Null gehabt. Nur mal soviel dazu. Und die Schuldenbremse heißt nicht, dass man gar keine Schulden macht, sondern nur, dass man nichts so dumm wie die Amis ist. Aber wir machen es ihnen wie eigentlich immer nach...
Mehr Geld für die Bundeswehr wird sich bestimmt auszahlen...  ::)  Man stelle sich mal vor, wir würden das Geld lieber in die maroden Schulen stecken.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2773 am: 05.März 2025, 07:16:12 »

@kn0xville
@TNDO

Ich würde mir wirklich wünschen, dass all diejenigen, die bei "neuen Schulden" sofort den ökonomischen Sensenmann am Horizont erblicken, mal ganz kurz einen Blick auf ihre eigene Altersvorsorge, in ihre Depots und Lebensversicherungen werfen und mal drei Sekunden darüber nachdenken, woher das Geld für die Zinsen und Dividenden kommt, die sie dort "erwirtschaften".
Man könnte auch nachschauen, in welche Papiere gerade die Versicherer in schwindelerregenden Höhen investieren.
Stichwort: "Staatsanleihen".
Woher sollen die Milliarden und Abermilliarden von Zinserträgen kopmmen, wenn nicht irgendwer dieses Geld ausgibt (bzw aus anderen Bereichen abzieht)?
Woher soll ein gesamtwirtschaftliches Wachstum kommen, wenn nicht durch neue Schulden eines Wirtschaftskreislaufteilnehmers? *
Und solche Teilnehmer gibt es nur 3.
Bürger, Unternehmen und Staaten.

In unserer Wirtschaftsordnung geht nunmal ganz konkret NICHTS ohne neue Schulden, weder auf Bürgerebene noch auf Unternehmensebene noch auf Staatsebene.

Wer den Staat daran hindern will, sich an dieser systemimmanenten Spirale zu beteiligen, sollte so ehrlich sein und hinzufügen, dass er dennoch selbstverständlich nicht auf eigene Vermögenszuwächse zu verzichten (oder sein Vermögen durch Negativzinsen gar zu verringern!) gedenkt und demzufolge von den Bevölkerungsteilen ohne eigenes Vermögen erwartet, dass sie die fehlenden Zinsen zusätzlich "erwirtschaften" (zB indem sie sich selbst noch tiefer verschulden). Alternativ dürfen sich auch gern andere Staaten noch tiefer in die roten Zahlen begeben - solange, bis wir ihnen den IWF auf den Hals hetzen können, weil ihr "Geschäftsmodell nicht tragfähig" ist...

Wenn die Staaten und die ärmeren Bevölkerungsschichten lange genug keine neuen Schulden machen, geht nämlich die ganze schöne Zinseszinsspirale, mit der die oben angesprochenen finanziellen Reserven bezahlt werden (auch meine eigenen, nicht dass hier gleich wieder das stetige Totschlag"agument" kommt, ich wäre ja nur neidisch  :P), ganz entspannt den Bach runter.

Wers nicht glaubt, kann sich bei Gelegenheit ja auch mal die Entwicklungen von Schulden und Vermögen anschauen.
Die Korrelation in dem Bereich muß man ja auch sehr aktiv übersehen, weil sie eigentlich eindeutig ist.

Schulden an sich sind nicht schlimm und die Unterscheidung in "Investitionen und Konsumausgaben" ist genauso unsinnig, weil der Konsum den Binnenmarkt und damit die Konjunktur und damit wiederum die Vermögen der Vermögenden ankurbelt.

Zur Betrachtung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen ist die berüchtigte "schwäbische Hausfrau" jedenfalls genausogut geeignet wie der pro-Kopf-Bananen-Verbrauch von Orang-Utans auf Borneo.
Nämlich gar nicht.

Und deswegen ist auch genau diese Metapher das Schlimmste, was uns Frau Merkel hinterlassen hat.
Mit diesem ökonomisch unsinnigen, aber leider sehr griffigen Bild hat sie die Debatte um Jahrzehnte zurückgeworfen.

(Das andere Schreckensbild - "Investitionen erfolgen auf Kosten der nächsten Generation!" - ist aber fast genauso schlimm - denn diese Investitionen sind sowieso unumgänglich. Das einzige, was Lindner, Merz und Co. damit bezweckt haben, war sich JETZT aus der Verantwortung zu stehlen und die horrenden Kosten auf die kommenden Generationen umzuwälzen.
Also exakt das Gegenteil dessen, was sie mit dem Satz "auf Kosten der kommenden Generation" behaupten.)

@TNDO

Beim Thema "Mehr Geld für die Bundeswehr" (bzw überhaupt für die Rüstung) bin ich übrigens ganz Deiner Meinung, da hab ich auch üble Bauchschwerzen, weil das gegen meine tiefsten (pazifistischen) Überzeugungen geht.
Aber in einer Welt, in der die USA in Rekordzeit vom globalen Sicherheitsfaktor zum Sicherheitsrisiko geworden sind und in der Europa bei der Verteidigung gegen Aggressoren ganz offensichtlich auf sich allein gestellt ist, ist Pazifismus leider eine wohlfeile, jedoch nicht praktikable Leitlinie.
(Ich könnte kotzen, dass ich das so schreiben muß - damit werfe ich 40 Jahre meines Lebens weltbild-technisch aus dem Fenster.)
« Letzte Änderung: 05.März 2025, 07:30:17 von Noergelgnom »
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2774 am: 05.März 2025, 10:06:23 »

@Noergelgnom, interessant das du mich ansprichst wo ich mit keinem Wort behaupte das Schulden schlecht sind. Mich nervt nur Merz offensichtlicher Kurswechsel, nachdem er und die CDU/CSU die Ampel Regierung verteufelt hat mit ihren Plänen und die CDU im Wahlkampf so getan hat als wenn ihre Wahlversprechen ohne neue Schulden machbar wären. Dazu Merz dämliches schwäbische Hausfrau Gleichnis. Dieses Kurswechsel ist einfach nur frech und zeigt mal wieder wie der Wähler verarscht wird. Und da kann man der CDU dann nur vorwerfen keinen ehrlichen Wahlkampf geführt zu haben. Ich weiß auch nicht was das sollte, da jeder realist wusste ohne neue Schulden wird es nicht gehen.

Dazu sehe ich nicht das uns Investitionen von nochmal 400 Milliarden in die Bundeswehr in irgendeiner Art und Weise nützen. Investitionen in Infrastruktur da gehe ich mit das ist mehr als überfällig und bringt am Ende des Tages auch etwas.
Aber bei der Bundeswehr werden diese 400 Milliarden irgendwo versickern und es wird enden wie immer bei der Bundeswehr. Nichts funktioniert und man hat wieder horrende Summen ausgegeben für Berater, PR Kampagnen oder Kleidung.  ::)
Ich würde sogar auch diese Investition unterstützen wenn ich nicht wüsste das sich damit einige die Taschen vollmachen werden und in den Entscheidenden Posten unfähige Personen sitzen die keine Ahnung von der Materie haben.
Unser gefühlte Sicherheit wird davon sicher nicht profitieren.

Ansonsten stimme ich dir zu. Ich kann dieses deutsche Problem mit Schulden auch nicht verstehen. Eben was du ansprichst notwendige Investitionen auf zukünftige Generationen abzuwälzen ist verantwortungslos. Es dann auch noch mit der Begründung zu tun man wolle diese Generationen vor den horrenden Kosten schützen ist eine ekelhafte Argumentation.
Trotzdem gehört in Deutschland der ausufernde Beamtenapparat und andere Kostenexplosionen im Haushalt dringend auf den Prüfstand.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2775 am: 05.März 2025, 10:17:03 »

Das Investitionen notwendig sind, da sind wir uns sicherlich alle einig. Das die Schuldenbremse so wie sie war nicht zu halten sein wird, war mir auch vor der Wahl klar. Das ist etwas was die CDU in der Verhandlung mit der SPD fast schon gerne aufgibt. Mal sehen in wieweit die SPD jetzt bereit ist, beim Thema Bürgergeld und Grenze entgegenzukommen.

Deswegen verstehe ich die Aufregung um Merz Wahlkampf nicht ganz. Die SPD hat auch gesagt, dass Zurückweisungen nicht möglich sind (wie es sich die CDU vorstellt) und ich vermute, dass es dennoch so kommt. Auch andere Parteien hätten in einer Koalition Wahlversprechen kassieren müssen. Transparanter wäre es natürlich, wenn die Parteien vorher bekanntgeben, zu welche Zugeständnisse sie bereit sind. Das ist aber utopisch. Das die Schuldenbremse aber fällt war abzusehen.

Was mich persönlich mehr ärgert ist die Reihenfolge. Es werden erst Schulden bewilligt und danach wird der Plan aufgestellt... Andersherum wäre es mir lieber. Erst einen Bedarf ermitteln, diskutieren wofür das Geld ausgegeben werden soll. Danach geht es an die Einsparungen für unnötige Ausgaben. Im Anschluss wäre die Schuldenbremse zu lockern.

Das würde aber vermutlich zu lange dauern. Denn unter der alten Regierung ist die Schuldenbremse leicher aus dem Weg zu räumen. Unter der neuen Regierung könnte sich eine Einheit dagegen formieren. Noch nicht im Amt und schon geht die Trickserei wieder los. Das wiederum bietet erneut der AfD eine großartige Angriffsfläche - übrigens egal wie es ausgeht. Und dann mal sehen, wo wir in vier Jahren stehen. Alles Mist.

LG Veni_vidi_vici

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2776 am: 05.März 2025, 16:03:45 »

@kn0xville
@TNDO

Ich würde mir wirklich wünschen, dass all diejenigen, die bei "neuen Schulden" sofort den ökonomischen Sensenmann am Horizont erblicken, mal ganz kurz einen Blick auf ihre eigene Altersvorsorge, in ihre Depots und Lebensversicherungen werfen und mal drei Sekunden darüber nachdenken, woher das Geld für die Zinsen und Dividenden kommt, die sie dort "erwirtschaften".
Man könnte auch nachschauen, in welche Papiere gerade die Versicherer in schwindelerregenden Höhen investieren.
Stichwort: "Staatsanleihen".
Woher sollen die Milliarden und Abermilliarden von Zinserträgen kopmmen, wenn nicht irgendwer dieses Geld ausgibt (bzw aus anderen Bereichen abzieht)?
Woher soll ein gesamtwirtschaftliches Wachstum kommen, wenn nicht durch neue Schulden eines Wirtschaftskreislaufteilnehmers? *
Und solche Teilnehmer gibt es nur 3.
Bürger, Unternehmen und Staaten.

In unserer Wirtschaftsordnung geht nunmal ganz konkret NICHTS ohne neue Schulden, weder auf Bürgerebene noch auf Unternehmensebene noch auf Staatsebene.

Wer den Staat daran hindern will, sich an dieser systemimmanenten Spirale zu beteiligen, sollte so ehrlich sein und hinzufügen, dass er dennoch selbstverständlich nicht auf eigene Vermögenszuwächse zu verzichten (oder sein Vermögen durch Negativzinsen gar zu verringern!) gedenkt und demzufolge von den Bevölkerungsteilen ohne eigenes Vermögen erwartet, dass sie die fehlenden Zinsen zusätzlich "erwirtschaften" (zB indem sie sich selbst noch tiefer verschulden). Alternativ dürfen sich auch gern andere Staaten noch tiefer in die roten Zahlen begeben - solange, bis wir ihnen den IWF auf den Hals hetzen können, weil ihr "Geschäftsmodell nicht tragfähig" ist...

Wenn die Staaten und die ärmeren Bevölkerungsschichten lange genug keine neuen Schulden machen, geht nämlich die ganze schöne Zinseszinsspirale, mit der die oben angesprochenen finanziellen Reserven bezahlt werden (auch meine eigenen, nicht dass hier gleich wieder das stetige Totschlag"agument" kommt, ich wäre ja nur neidisch  :P ), ganz entspannt den Bach runter.

Wers nicht glaubt, kann sich bei Gelegenheit ja auch mal die Entwicklungen von Schulden und Vermögen anschauen.
Die Korrelation in dem Bereich muß man ja auch sehr aktiv übersehen, weil sie eigentlich eindeutig ist.

Schulden an sich sind nicht schlimm und die Unterscheidung in "Investitionen und Konsumausgaben" ist genauso unsinnig, weil der Konsum den Binnenmarkt und damit die Konjunktur und damit wiederum die Vermögen der Vermögenden ankurbelt.

Zur Betrachtung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen ist die berüchtigte "schwäbische Hausfrau" jedenfalls genausogut geeignet wie der pro-Kopf-Bananen-Verbrauch von Orang-Utans auf Borneo.
Nämlich gar nicht.

Und deswegen ist auch genau diese Metapher das Schlimmste, was uns Frau Merkel hinterlassen hat.
Mit diesem ökonomisch unsinnigen, aber leider sehr griffigen Bild hat sie die Debatte um Jahrzehnte zurückgeworfen.

(Das andere Schreckensbild - "Investitionen erfolgen auf Kosten der nächsten Generation!" - ist aber fast genauso schlimm - denn diese Investitionen sind sowieso unumgänglich. Das einzige, was Lindner, Merz und Co. damit bezweckt haben, war sich JETZT aus der Verantwortung zu stehlen und die horrenden Kosten auf die kommenden Generationen umzuwälzen.
Also exakt das Gegenteil dessen, was sie mit dem Satz "auf Kosten der kommenden Generation" behaupten.)

@TNDO

Beim Thema "Mehr Geld für die Bundeswehr" (bzw überhaupt für die Rüstung) bin ich übrigens ganz Deiner Meinung, da hab ich auch üble Bauchschwerzen, weil das gegen meine tiefsten (pazifistischen) Überzeugungen geht.
Aber in einer Welt, in der die USA in Rekordzeit vom globalen Sicherheitsfaktor zum Sicherheitsrisiko geworden sind und in der Europa bei der Verteidigung gegen Aggressoren ganz offensichtlich auf sich allein gestellt ist, ist Pazifismus leider eine wohlfeile, jedoch nicht praktikable Leitlinie.
(Ich könnte kotzen, dass ich das so schreiben muß - damit werfe ich 40 Jahre meines Lebens weltbild-technisch aus dem Fenster.)


Ich bin nicht grundsätzlich gegen Schulden an sich. Auch die Schuldenbremse erlaubt Schulden in einem gesunden Maß. 0,35% der Wirtschaftleistung dürfen ohne Einschränkung als neue Schulden aufgenommen werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung_der_Vereinigten_Staaten#/media/Datei:Total_US_Federal_Debt_by_President_(1940_to_2015).png
Hier mal die Staatsverschuldung der USA, welche übrigens komplett abhängig sind vom Konsum der "Reichen". Die haben nämlich dass Vermögen, dass dort den Schulden entgegensteht. Die Mehrheit der Menschen dort haben nichts. Das sollte kein Vorbild für uns sein. Du siehst auch einen exponentiellen Verlauf, der sich beschleunigt. Goldman-Sachs geht davon aus, dass bei der gegenwärtigen Entwicklung in den 2030ern die USA an ihren Schulden ersticken. Warum wohl passiert jetzt das mit Doge und warum sind die auf einmal so hinterher einzusparen? Bei allem was man Trump und Elon vorwerfen mag : Sie haben gesehen, dass die USA so nicht weitermachen können. Und sie hatten als Weltleitwährung die Möglichkeit ihre Staatsschulden als Dollar zu drucken und dann zu "exportieren". Die Möglichkeit haben wir hier nicht.
Die Folgen übrigens sind nicht zu übersehen : Die "Reichen" werden immer schneller reich und die "Armen" werden immer schneller ärmer und ärmer. Staatsverschuldung hilft vor allem auch den "Reichen", die dann von den Zinserträgen leben können. Die Schuldenpoltik schadet also der Mittelschicht und den Armen, auch in Deutschland. Oder hat einer hier massenhaft Staatsanleihen, mit denen er von den "neuen Schulden" profitiert?
Ihr könnt natürlich versuchen Schulden wegzuinflationieren. Das haben wir ja schonmal probiert und die Folgen haben Generationen in Deutschland entscheidend geprägt. Oder die südeuropäischen Länder haben das früher gemacht, das ging dann aber mit dem Euro nicht mehr. Frag mal die Griechen was dann passiert.


Kommen wir nun zu einem weiteren Thema. Ich halte nichts von Merz, schon vor der Wahl nicht. Seine Wahlgeschenke will er ja irgendwie finanzieren. Und ich befürchte (Achtung Spekulation!), dass er die beiden größten Posten hinter dem Sozialetat (Verteidigung und Infrastruktur) aus dem Sondervermögen finanziert und im normalen Haushalt dort dann Gelder "freiwerden", die er dann woanders einsetzen kann. Wäre eine ziemlich miese Nummer und daher bei Merz sehr gut vorstellbar. Merz als Kanzler finde ich sogar schlimmer als Habeck (als Ex-JUler eine harte Aussage).


Hier mal etwas aus dem Bundestag :
https://dserver.bundestag.de/btd/20/097/2009761.pdf
Wir haben Milliarden in Infrastruktur im Ausland investiert, während hier die Schulen verrotten. Geht gerne einmal durch, was dort alles ausgegeben wird. Dann brauchen wir uns nicht mehr drüber zu unterhalten, wo unser Geld bleibt...
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2777 am: 05.März 2025, 19:43:58 »

Und auf einmal möchte Merz doch Rekordschulden machen.  ::) Huch hat die CDU gemerkt das die eigenen Pläne die man vor der Wahl ausgegeben hat doch nicht so mir nichts dir nichts finanzierbar sind. Aber die Ampel vor der Wahl für eben solche Pläne kritisieren und verteufeln und einen von der schwäbischen Hausfrau erzählen und jetzt Schulden in Rekordhöhe machen wollen.  ::)  Ach diese Doppelmoral ist einfach nur ekelhaft.

Die Dimensionen und wofür man das Geld raushauen will machen mir allerdings Angst. Infrastruktur ist nicht wegzudiskutieren aber ich habe große Zweifel das das Geld an den richtigen Stellen ankommen wird. Die 100 Milliarden für die Bundeswehr hat man ja schon ausgegeben bzw. veplant. Und jetzt sollen da nochmal 400 Milliarden hinzu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Selbstbedienungsladen an und ich habe große Zweifel das die Bundeswehr in ein paar Jahren wirklich Kampffähiger sein wird als heute.
Dankeschön Frau Merkel für die Goldenen Jahre und die Schwarze Null die absolut nichts gebracht hat außer die Probleme in die Zukunft zu verlagern.  ::)
Finde ich nicht in Ordnung. dass es Schulden geben würde war klar aber 900 Mrd sind schon eine Nummer ,Verteidigung schön und gut, da wird den Menschen Angst gemacht und es muss sich ja wirklich etwas tun aber dann auch noch SPD und Grünen ihre Wünsche finanzieren?
Zudem kommt mir das Ganze auch noch undemokratisch vor, der neue Bundestag ist gewählt, man hat nach dem aktuellen Wählerwillen keine Mehrheit dafür. Aber gut, statt langwierig über Reformen zu verhandeln,ist alles mit Geld zuschütten dann auch eine Lösung um schnell zum Abschluß zu kommen.  ::)

Was mich persönlich mehr ärgert ist die Reihenfolge. Es werden erst Schulden bewilligt und danach wird der Plan aufgestellt... Andersherum wäre es mir lieber. Erst einen Bedarf ermitteln, diskutieren wofür das Geld ausgegeben werden soll. Danach geht es an die Einsparungen für unnötige Ausgaben. Im Anschluss wäre die Schuldenbremse zu lockern.
Sehe ich auch so, wenn man mit den bisherigen Steuereinnahmen nicht hinkommt und alles versickert wird das mit einem Teil der Neuschulden ganz genauso sein, ich könnte mir gut vorstellen,dass wir in 4 Jahren hier sitzen und uns fragen wo das Geld geblieben ist weil man nichts davon gemerkt und es keine Reform gegeben hat.
https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/korruption-bekaempfung-verteidigungsministerium-101.html

Das mit dem EU Recht war ein bisschen platt dahergesagt und generell bewerte ich den 5 Punkteplan auch differenzierter.

Das grundsätzliche Problem das ich hier sehe ist, dass wir jetzt nö sagen. Österreich sagt nö. Was sagen dann Italien und Griechenland? Und dann haben wir überhaupt kein Flüchtlingsschutz mehr und die Festung Europa ist errichtet. Also ja, das mit dem "EU-Recht" war von mir etwas salopp dahergeschrieben, auch wenn das etwas mit reinspielt.
Worum es mir eher geht ist, dass das eine Entwicklung ist, an deren Ende wir uns als europäische Gesellschaft fragen müssen, ob wir uns von Hilfesuchenden abwenden, oder ob wir gemeinsam dafür eine Lösung finden. Das auf nationaler Ebene jeder für sich Nein sagt und so tut, als ginge ihn das nichts an ist natürlich eine Lösung. Für mich ist es aber die falsche.
Ich kürze den Absatz mal damt das Zitat nicht so lang wird.Allgemein Sorry,das ich nicht so ausführlich antworte, aber sonst dauert das wieder 3 Monate.
Ich denke der finale Plan hinter einem reagieren und einer Reform muss genau das sein was du oben beschrieben hast, eine faire Verteilung und nicht einfach ein europaweites durchwinken der Menschen, genau wie bei der Drittstaaten Regel haben auch andere Länder die Genfer Flüchtlingskonvention akzeptiert, es gibt da als keinen Grund warum man anders handeln sollte als bei der anderen Regelung.
Was es bräuchte wäre eine grundsätzliche Reform bei der man bereit ist Gesetze zu ändern und unserer Zeit und unseren Problemen anzupassen, darum sehe ich den 5 Punkte Plan nur als ersten Schritt,als Signal und darum denke ich,dass der trotz der von dir aufgezählten Probleme ,bei denen du schon gute Argumente hast,greifen würde, weil es eben nur zeitlich begrenzt wäre,weil es dadurch zu weniger ankommenden Menschen führen würde.

Leute die hier in Duldung sind,arbeiten und sich selbst finanzieren sollten nicht mit Gefährdern in einen Topf geworfen werden, das muss man aber gesetzlich regeln.

Am Ende muss einem klar sein, dass die Alternative zu einer Reform und härteren Gangart jetzt, nicht heißt,dass alles einfach ewig so weiter geht wie bisher, irgendwann wird das System implodieren und was dann folgt wird schlimmer sein, ob es jetzt der Zusammenbruch von Sozialsystemen ist oder eine mögliche AfD Mehrheit die dann auch nicht mehr groß differenzieren wird, wenn man gerade in die USA schaut und was sich für eine Bewegung um Trump aufgebaut hat hat man da schon ein Beispiel.

zu 1. Es ist verständlich,dass die Polizei da erstmal abwinkt, aber wie schon gesagt dürfte die Zahl der Ankommenden abnehmen, dazu wird ja jetzt schon kontrolliert. Es müsste eine Unterscheidung zwischen Asyl und Einwanderung aufgrund von Arbeit und entsprechende Verteilung geben.

2. Habe ich oben schon beantwortet,man wird da mMn nicht an einem EU weiten fairen Verteilungssytem vorbeikommen bei dem vielleicht an den EU Außengrenzen der Antrag gestellt wird und nach Platz verteilt wird. Mit Obegrenzen und Abweisungen. Wenn man da logisch draufschaut gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen in denen man Menschen unterbringen und auch wirklich integrieren kann.

3. Die Hürde für eine Einreise müsste auf jeden Fall höher sein, es gibt ja die Videos die immer durch social media geistern auf denen Leute im Boot oder an der Grenze einfach ihre Papiere ins Meer oder in den Wald werfen, wie da eine Lösung genau aussehen kann muss man im Detail klären aber es gibt auch eine Verantwortung den Menschen gegenüber die hier leben, man muss genau erfassen wen man ins Land lässt bevor es einen Status und Unterstützung geben kann.

zu 5. Es ist aber eine direkte Folge der unkontrollierten Einwanderung,dass es mehr Staftaten gibt die es ohne Einwanderung gar nicht gäbe, Beispielsweise religös motivierte Anschläge und Clan Kriminalität,darum würde ich da schon unterscheiden. Wenn es einen Straftäter gibt, der warum auch immer,nach verbüßen einer Haftstrafe nicht abgeschoben werden kann dann muss meinen einen Ort zur Unterbringung finden an dem der keine Gefahr für die anderen Bürger darstellt, bis eine Abschiebung möglich ist.

Das finde ich auch nicht gut. Ich finde jeder Wahlkreis braucht seinen Vertreter. Auch wenn er nicht von der eigenen Partei ist. Ich hoffe, dass da Union und SPD nochmal etwas nachschärfen, mit Bedacht. Mit Bedacht sage ich, weil ich auch hoffe, dass es nicht wieder eine große Reform gibt, die irgendwie in die andere Richtung kippt... Die Reform der Ampel war ein guter Schritt. Was wir nicht brauchen ist Gerrymandering aus der USA.
Man muss da einen Mittelweg finden, es sollte auch nicht dazu führen,dass der Bundestag wieder aufgeblasen wird.

Ein Kumpel von mir vergibt für seinen Kreis die Gelder aus dem Demokratie Leben Topf. Stell dir das eher wie ein Sponsoring vor. Der Gesponsorte bekommt Geld für eine angemeldetes Projekt das strikt durchgeplant ist und bestimmte Kriterien erfüllen muss. Sagen wir der Verein für Freundlichkeit will ein "Frühstück der Kulturen" in der Gemeinde veranstalten. Für diese Maßnahme erhält der Verein Geld und darf das Logo verwenden, weil es ein offizielles "Demokratie Leben"-Projekt ist. Das Amt erhält dafür als Resultat ein Projekt, von dem es sich positive Wirkung für die Gesellschaft erhofft.
Wenn sich der Verein für Freundlichkeit aber zu etwas äußert, was nichts mit dem Projekt zu tun hat, dann darf er weder das Geld noch das Logo verwenden. Und zwar egal, ob das Neutral ist, gegen oder für eine Partei. Die Gelder und das Logo sind nicht für andere Sachen zu verwenden als für das Projekt.
Da das Bundesamt kein Geld für Demonstrationen vergeben hat, ist das Logo fehlt am Platz und darauf weißt es hin. Das Bundesamt achtet einfach darauf, dass diese Grenze gewahrt bleibt. Wenn die NGO nicht das Geld und das Logo verwenden, ist dem Amt aber egal was die NGO macht.

Und worauf ich eigentlich hinauswollte: Es geht ja um Parteieinflüsse. Nicht um Amtseinflüsse. Die NGO spricht mit dem Amt über ein Projekt. Dafür erhält sie Leistungen und das Amt erhält ein Projektresultat. An der Stelle kann man von gegenseitiger Beinflussung sprechen. Aber das Amt ist neutral und das Projekt soll auch neutral sein.
Es geht bei dieser Umfrage meiner Meinung nach nicht um diese "Transaktion". Es geht darum, ob NGOs Geld bekommen um damit Projekte zu machen, die von Parteien beinflusst sind oder sich gegen andere Parteien stellen, womit das Geld keiner neutralen Verwendung mehr zukommen würde. Oder andersherum wäre noch möglich, aber darauf zielt die Anfragen nicht ab, dass das Amt von Parteien beinflusst ist und Gelder an NGOs nicht neutral vergibt.

Und wie gesagt, wie Neutral das wirklich zugehen soll steht nicht fest. Letztendlich geht die Union noch einen Schritt weiter als ich einen Abschnitt oben beschreibe. Es geht in die Richtung, dass eine NGO gar nicht mehr von der Neutralität abweichen darf, sobald sie irgendwie gefördert wird. Auch wenn die Förderung in einem ganz anderen Bereich für eine ganz andere Tätigkeit und unter Einhaltung der damit einhergehenden Auflagen stattfand.
Schon interessant, mich würde da interessieren was das genau für Kriterien sind die beachtet werden müssen, ich habe z.B letztes Jahr gelesen das die Filmförderung mit einem eher grünen Anstrich übzogen werden sollte, also Regeln zu öko, Diversität, Beauftragte die da drüber schauen usw. nebenbei keine Ahnung ob das am Ende wirklich so beschlossen wurde.
Wird da bei Vereinen stark darauf geachten ob die Vorrausetzungen erfüllen? Also beispielsweise generell eine "Woke" Einstellung bevorzugt? Wenn man die Regeln da einseitig setzt könnten eher konservative Vereine ja z.B aus der Förderung rausfallen. Das einige Vereine und auch Demos nur einen Teil der Gesellschaft vertreten haben dürfte ja durch die Wahl klargeworden sein.
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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2778 am: 05.März 2025, 21:23:04 »

https://www.deutsche-finanzagentur.de/bundeswertpapiere/bundeswertpapierarten/bundesanleihen


Der Zinssatz für Bundesanleihen ist direkt mal um 0,4% hochgegangen. Höchster Wert seit 2010. Glückwunsch Herr Merz. Ihr reichen Freunde freuen sich gerade einen Ast über die neuen Zinseinnahmen.


https://de.investing.com/rates-bonds/germany-10-year-bond-yield
Mit der Bekanntgabe übrigens nochmal ein schöner Anstieg gestern Abend.


https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77722/umfrage/rendite-von-zehnjaehrigen-staatsanleihen-nach-europaeischen-laendern/
Wie es endet wenn man die Verschuldung zu hoch treibt? Schaut mal die Rendite für Staatsanleihen im Dezember letzten Jahres. Die USA zahlen höhere Zinsen auf die Staatsanleihen als Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich. Wird Zeit, dass wir es genauso wie die USA machen...

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Henningway

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #2779 am: 06.März 2025, 18:15:05 »

Ich habe mich mit Eurer Diskussion nicht befasst und habe mir auch nicht die Vor- und Nachteile angesehen. Ich schreibe rein aus meinem Gefühl heraus. UND ich will nicht werten, was Merz da tut und vorher gesagt hat. Aber ich empfinde es als Wohltat, dass nach dem Stillstand der letzten Jahre bereits jetzt schon etwas bewegt wurde. Ich bin klar der Meinung, dass das Land Investitionen braucht, nachdem über Jahrzehnte kaputtgespart wurde.
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